Das Coronavirus hat inzwischen fast weltweit den Ausmaß einer Pandemie erreicht. Diese bringt nicht nur gesundheitliche Risiken mit sich sondern auch wirtschaftliche Schäden. Bereits in den letzten Wochen waren spürbare Auswirkungen auf Unternehmen in vielen Branchen der deutschen Wirtschaft zu sehen. Unternehmen der Freizeit-und Tourismusbranche haben mit Stornierungen und einem Nachfragerückgang nach Freizeitaktivitäten und Reisen zu kämpfen. Ebenso erging es den Unternehmen der Veranstaltungsbranche, die die Folgen der politischen und gesellschaftlichen Maßnahmen in den vergangenen Wochen zu spüren bekommen hatten. In anderen Branchen kommt es zu Lieferengpässen, da die Lieferketten durch virusbedingte Lieferstopps ins Stocken geraten, Produktionen verzögert oder sogar gestoppt werden.


Wirtschaftliche Auswirkungen

Die Folgen können Umsatzeinbrüche und Liquiditätsschwierigkeiten sein. Dies kann wiederum – wenn nicht genug Rücklagen vorhanden sind oder ein Unternehmen vom Saisongeschäft lebt – zu ernsthaften Liquiditätsproblemen führen, sodass sich für die Geschäftsleitung die entscheidende Frage nach der Zahlungsfähigkeit stellt. Anfang März beantragte vor dem Amtsgericht Hamburg der Reiseveranstalter China Tours Hamburg nach 22 Jahren das Insolvenzverfahren. Damit ist es das erste Unternehmen innerhalb der derzeitigen Krise, welches Insolvenz angemeldet hat. Im letzten veröffentlichten Geschäftsjahr 2018 hatte die Firma einen Jahresüberschuss von 122.000 Euro erzielt. An Verbindlichkeiten führte CTH zum Bilanzstichtag eine Summe von 2,7 Millionen Euro auf. Wichtig ist nun die Frühsignale eines drohenden wirtschaftlichen Malheurs zu erkennen und zu verhindern.

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Zahlungsunfähigkeit und Insolvenzabwendung

Eine Insolvenz kann selbst Unternehmen treffen, die bisher keine wirtschaftlichen Einbußen machen mussten. Die Insolvenz ist der Zustand der Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens, aber auch einer Privatperson. Kann der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen, liegt in der Regel eine Insolvenz vor. Für die Abwendung einer Insolvenz bestehen mehrere Möglichkeiten. Mit einer Bürgschaft eines solventen Unternehmens oder eines Kreditinstituts ist die Abwendung einer Insolvenz oft möglich. Am häufigsten verhandeln Gläubiger mit den Schuldnern, sie vereinbaren die Stundung von Rechnungen oder eine Ratenzahlung. Die Gläubiger können Lieferanten, Kreditgeber, Geschäftspartner und Arbeitnehmer sein. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens oder zur Abwendung der Insolvenz kann völliger oder teilweiser Schuldenerlass angestrebt werden, abhängig von den Gläubigern und der Höhe der Schulden. Fällige Kreditraten können abgesenkt, Verbindlichkeiten gestundet werden. Die Zahlungsfähigkeit des Schuldners kann auf diese Weise wieder hergestellt werden. Um eine Insolvenz abzuwenden, gilt es, frühzeitig die Warnzeichen zu erkennen und eine fundierte Analyse der Unternehmenszahlen und –daten vorzunehmen. Je früher die Insolvenzgefahr erkannt wird, desto besser sind die Chancen, eine Insolvenz abzuwenden. Eine Rechtsberatung kann häufig bei der Abwendung einer Insolvenz helfen, um mit dem Unternehmer die erforderlichen Maßnahmen zu besprechen. Wenden Sie sich an unseren Anwalt für Insolvenzrecht Dr. Richard Nouvertné und schildern Sie ihm Ihren Sachverhalt. Er wird Ihnen beratend zur Seite stehen.


Insolvenzverschleppung wegen Coronavirus

Infolge des Coronavirus machen Hotels starke einbüßen, Diskotheken und Bars müssen sogar ganz schließen. Folglich könnten die Unternehmen überschuldet und zahlungsunfähig sein. Die Geschäftsführung muss umgehend einen Insolvenzantrag stellen. Wenn ein Unternehmen trotz Zahlungsunfähigkeit oder im Fall der übermäßigen Verschuldung keinen Insolvenzantrag stellt, droht der Vorwurf der Insolvenzverschleppung. Die Insolvenzverschleppung wird strafrechtlich verfolgt und kann bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden. Laut Insolvenzordnung müssen in Deutschland ansässige Unternehmen, umgehend nach Erkennen der Zahlungsunfähigkeit, jedoch spätestens drei Wochen nach Feststellung des Insolvenzgrunds, ein Insolvenzverfahren beantragen. Besonders junge Unternehmen müssen bereits innerhalb der ersten drei Geschäftsjahren ihre Existenzgründung wieder einstellen. Um dies zu verhindern müssen Existenzgründer und Jungunternehmer wissen, was eine Insolvenzverschleppung im Detail ist, wann sie droht und wie die Insolvenzverschleppung verhindert werden kann. Aus diesem Grund ist eine umfassende rechtliche Beratung zu empfehlen. Unser Anwalt für Insolvenzrecht Dr. Richard Nouvertné kann Sie individuell beraten und Ihre Fragen zum Insolvenzverfahren beantworten und Sie umfassend unterstützen.

Gründe einer Insolvenzverschleppung

Gerade zu Beginn einer Geschäftsgründung können begonnene Geschäfte ins Stocken geraten. In Zeiten des Coronavirus können rechtliche Fristen und Verpflichtungen schnell aus dem Fokus geraten und zu Verstößen führen.
Es gibt drei wesentliche Gründe für den Strafbestand der Insolvenzverschleppung nach § 15a der Insolvenzordnung:

  •  Der Insolvenzantrag wurde nicht gestellt.
  •  Die Frist für den Insolvenzantrag wurde nicht eingehalten
  • Der Insolvenzantrag wurde falsch gestellt.

Die Gründe dafür sind, dass viele Entscheidungsträger das Risiko der Insolvenz falsch einschätzen bzw. ausschließlich als Krise und nicht als Insolvenz betrachten. Viele haben aber auch die Hoffnung die Insolvenz noch selbstständig abwenden zu können und versäumen dadurch die Frist einen Insolvenzantrag zu stellen. Ein häufiger Grund ist unzureichende Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen. Die Kanzlei Schlun & Elseven kann Unternehmen an dieser Stelle unterstützen. Unser Anwalt kann Ihre aktuelle Situation bewerten und ein Gutachten erstellen. Sollten Sie einen Insolvenzantrag stellen müssen, können wir die notwendigen Schritte einleiten und Ihre Fragen beantworten. Um den Nutzen unserer juristischen Expertise zu gewährleisten, ist es wichtig, dass Sie sich rechtzeitig mit uns in Verbindung setzen.

Aussetzung der Insolvenzantragspflicht

Grundsätzlich muss ab Insolvenzreife sofort ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt werden. Maximal bleiben hierfür nach dem Gesetz unter bestimmten Voraussetzungen drei Wochen. Die derzeitige mit der Coronavirus-Krise ist eine Ausnahmesituation und erfordert entsprechende Maßnahmen. Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz hat angekündigt, einen entsprechenden Gesetzesentwurf auszuarbeiten, wonach die Insolvenzantragspflicht bis zum 30.09.2020 ausgesetzt werden soll für den Fall, dass öffentliche Hilfen nicht rechtzeitig gewährt werden oder Finanzierungs- oder Sanierungsverhandlungen infolge der außergewöhnlichen Situation nicht rechtzeitig abgeschlossen werden können. Eine vorübergehende Aussetzung der Insolvenzantragspflicht kann dazu beitragen, einer Flut von Insolvenzanträgen vorzubeugen, zumal dies auch Unternehmen mit einem eigentlich funktionierenden und zukunftsträchtigen Geschäftsmodell treffen könnte.


Rechtshilfe bei Insolvenzrecht und anderen COVID-19 Coronavirus-Fragen

Wir von Schlun & Elseven sind in deutschlandweit als Full-Service-Kanzlei tätig. Das COVID-19-Coronavirus wirkt sich auf alle Bereiche der menschlichen Interaktion aus und hat massive ökonomische Auswirkungen für unsere Privat – und Firmenmandante. Vor diesem Hintergrund wird das COVID-19-Coronavirus zahlreiche Rechtsbereiche betreffen. Weitere Informationen zum Coronavirus erhalten Sie von dem Robert-Koch-Institut. Wenn Sie eine Rechtsberatung bezüglich der Auswirkungen des COVID-19-Coronavirus auf Ihr Unternehmen oder andere rechtliche Fragen benötigen, wenden Sie sich bitte direkt an uns. Unsere Büros befinden sich in Köln, Düsseldorf und Aachen, allerdings stehen wir auch telefonisch oder per Mail zur Verfügung.

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