Strafrecht

Scheunenmord: BGH hebt Urteil auf

Im vergangenen Jahr sorgte der sog. Scheunenmord bundesweit für Aufsehen. In seinem Urteil vom 3.12.2015 ( Az. 4 StR 223/15) hob der Bundesgerichtshof (BGH) nun das erstinstanzliche Urteil gegen den 19-jährigen Täter auf.

Was war geschehen?

Der Angeklagte hatte seinen Freund in der Nähe einer Scheune hinterrücks mehrfach mit einer Metallstange auf den Kopf geschlagen, bis dieser bewusstlos und tödlich verletzt liegen geblieben war. Wenig später kehrte der Täter zum Tatort zurück, um der Polizei vorzutäuschen, er habe seinen Freund dort tot aufgefunden. Als er dabei feststellen musste, dass sein Opfer noch lebte, schnitt er ihm mit einem Messer die Kehle durch. Im Anschluss daran rief er wie geplant die Polizei. Auslöser soll eine Kränkung gewesen sein: Angeblich hatte das Opfer Leon M. dem 19-Jährigen vorgehalten, er habe bei Mädchen keine Chancen.

Das Landgericht Paderborn verurteilte den 19-jährigen in erster Instanz wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie Totschlags zu einer Jugendstrafe von acht Jahren und sechs Monaten. Auf die Revision der Nebenkläger, den Eltern des Getöteten, hob der BGH das erstinstanzliche Urteil auf, und verwies den Sachverhalt an das Landgericht Paderborn zurück. Der BGH rügte, dass bereits die hinterrücks ausgeführten Schläge mit der Metallstange ursächlich für den Tod des Opfers geworden seien. Aus diesem Grund sei der Angeklagte wegen heimtückischen Mordes gemäß §§ 212,211 StGB zu verurteilen gewesen. Das Mordmerkmal der Heimtücke sahen die Karlsruher Richter hier in dem von hinten ausgeführten Angriff des Täters, da das Opfer diesen nicht bemerken und sich zu Wehr setzen konnte.

Das Landgericht Paderborn muss den als „Scheunenmord von Büren“ bekanntgewordenen Fall jetzt neu bewerten. Dem „Scheunenmörder“ drohen, wenn das Landgericht Paderborn dem BGH folgt bis zu 10 Jahre bzw. bei Feststellung der besonderen Schwere der Schuld bis zu 15 Jahre Haft, § 105 III JGG.

 


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