VW Abgasskandal SchadensersatzDie Umrüstung der ersten von der Abgasmanipulation betroffenen VW-PKWs hat begonnen. Den Anfang hat das Modell VW Amarok gemacht, ein Pickup aus der Nutzfahrzeugsparte des VW Konzerns. Nach ersten Testergebnissen und zahlreichen Berichten von Fahrern des von der Abgasmanipulation betroffenen Pickups, sind nach der Umrüstung durchaus relevante Änderungen zu verzeichnen.

Mehrverbrauch durch Umrüstung von VW bestätigt


Zwar sei die PS Zahl gleich geblieben und die Beschleunigung habe sich sogar leicht erhöht, jedoch ist ein Mehrverbrauch an Kraftstoff zu verzeichnen. VW selbst räumt ein, dass durch die wegen der Abgasmanipulation notwendigen Umrüstung der Verbrauch um bis zu 10 % steigen kann. Bei einem von VW für den Amarok ausgewiesenen Durchschnittsverbrauch 7,6-8,5 Litern ist das gerade für Vielfahrer eine zusätzliche Kostenbelastung. Außerdem wird dadurch der CO2 Ausstoß erhöht. 

Der Grund dafür ist nach VW Angaben die „Neukalibrierung der Einspritzventile“. Die Kalibrierung sei jedoch nach 300 gefahrenen Kilometern abgeschlossen und der Verbrauch solle laut VW danach dem vorherigen entsprechen.


Erhöhter CO2 Ausstoß laut “Auto Motor und Sport”


Auch die Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ hat an einigen der Fahrzeuge, die aufgrund der Abgasmanipulation umgerüstet wurden, einen Abgas- und Verbrauchstest durchgeführt, wobei die Tester neben einem erhöhten Verbrauch von 0,5 bis 0,7 L einen erhöhten CO2 Ausstoß feststellten. VW bestreitet die Testergebnisse der Zeitschrift.


Mehrverbrauch kann einen Sachmangel darstellen


Damit sollten Fahrer, deren Fahrzeuge von der Abgasmanipulation betroffen sind und deren Fahrzeuge umgerüstet werden, besonders auf den Verbrauch achten. Nach Rechtsprechung des Oberlandesgerichtes Hamm, stellt ein Kraftstoffmehrverbrauch von 10% im Vergleich zu den Angaben des Herstellers einen Sachmangel dar (OLG Hamm · Urteil vom 7. Februar 2013 · Az. I-28 U 94/12). Die Rechtsprechung fordert allerdings, dass dieser Mehrverbrauch in einem standardisieren Testverfahren festgestellt werden muss. Damit ist das Oberlandesgericht ganz auf der Linie des Bundesgerichtshofes, der ebenfalls davon ausgeht, dass bei einem Mehrverbrauch ab 10 % ein erheblicher Sachmangel vorliegt (BGH · Beschluss vom 8. Mai 2007 · Az. VIII ZR 19/05). Das bedeutet für Fahrer eines der von der Abgasmanipulation betroffenen Fahrzeuge, dass im Falle des Mehrverbrauchs nach der Umrüstung ein Rücktritt vom Kaufvertrag möglich erscheint.

 


Sie sind Halter eines von der Abgasmanipulation betroffenen Fahrzeuges? Frühzeitige rechtliche Beratung kann Ihnen Ihre Ansprüche sichern und Ihnen so finanzielle Risiken nehmen. Die Kanzlei Schlun & Elseven steht Ihnen bundesweit zur Verfügung und ist Ihr zuverlässiger und kompetenter Partner bei allen Fragen zum Kaufrecht. Sofern Sie rechtsschutzversichert sind, übernehmen wir gerne kostenfrei die Abwicklung mit Ihrer Versicherung.

Rufen Sie uns ganz einfach unter 0241 5100 8887 an, senden Sie uns eine Nachricht per E-Mail an info@se-legal.de oder nutzen Sie das Onlineformular. Gerne erläutern wir Ihnen im Rahmen unserer kostenlosen Ersteinschätzung Ihre Chancen und Möglichkeiten.