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Anerkennung der deutschen Staatsbürgerschaft

Wer großen Wert auf Mobilität legt, der kann sich glücklich schätzen, die deutsche Staatsangehörigkeit zu besitzen. Denn kein anderer Reisepass ermöglicht die Einreise in so viele Länder der Welt ohne Visum, wie der deutsche. Gleichzeitig gestattet die deutsche Staatsbürgerschaft ihren Inhabern einen ungehinderten Zugang zum Arbeitsmarkt in der europäischen Union. Aus diesem Grund wird sie von vielen angestrebt, die auf deutsche Vorfahren verweisen können.

Das deutsche Einwanderungsrecht sieht gesetzlich geregelt die Möglichkeiten vor, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erwerben, darunter den Erwerb durch Geburt. Seit der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts (2000) finden hier zwei Grundsätze Anwendung: Die Abstammung (ius sanguinis) und der Ort der Geburt (ius soli).

Schlun & Elseven bietet eine umfassende Unterstützung im Einwanderungsrecht.

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Das Abstammungsprinzip

Nach dem Abstammungsprinzips erwirbt ein Kind grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt, wenn mindestens ein Elternteil deutscher Staatsbürger ist (gem. § 4 I StAG).

Dieses Abstammungsprinzip ist jedoch von einer Ausnahme geprägt. Ausgenommen sind jene Kinder, die im Ausland geboren werden und deren deutscher Elternteil selbst nach dem 31.12.1999 im Ausland geboren wurde und dort seinen regelmäßigen Aufenthalt hat (gem. § 4 IV StAG). Es sei denn, dass Kind würde, anderenfalls staatenlos geboren.

Verlegte ein Deutscher also seinen regelmäßigen Aufenthaltsort ins Ausland und bekommt nach dem 01.01.2000 ein Kind, so erwirbt dieses Kind zwar die deutsche Staatsbürgerschaft. Sollte es aber selbst einmal Nachkommen haben, so gilt diese Regel für dessen Kinder nur innerhalb einer Jahresfrist. Betroffen sind vor allem Personen, deren deutsche Eltern Deutschland in weniger glanzvollen Zeiten der kontinentaleuropäischen Geschichte verlassen haben und heute nach einem Leben in der Heimat ihrer familiären Vorfahren streben.


Nachweis durch Geburtsurkunde

Wichtigstes Dokument zur Anerkennung der eigenen deutschen Staatsbürgerschaft kraft Geburt ist die Geburtsurkunde. Wurde das Kind im Ausland geborgen, ist zur Ausstellung einer deutschen Geburtsurkunde ein Antrag beim zuständigen Standesamt in Deutschland erforderlich (gem. § 36 PStG). Antragsberechtigte sind die Eltern sowie das Kind selbst, sein Ehe- oder Lebenspartner und die eigenen Kinder. Hat oder hatte das Kind selbst oder anderweitig antragsberechtigte Personen keinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, so ist das Standesamt I in Berlin für die Beurkundung zuständig.

Die anfallenden Gebühren sind durch das jeweilige Landesrecht festgelegt und können je nach Bundesland variieren, bewegen sich aber regelmäßig im unteren zweistelligen Bereich.

Beizubringende Dokumente sind unter anderem: Personalausweis oder Reisepass der Eltern, Namenserklärung des Kindes und Geburtsurkunde der Mutter. Je nach Personenstand der Eltern (unabhängig davon, ob verheiratet oder nicht) — die Eheurkunde oder die Geburtsurkunde des Vaters sowie eine Vaterschaftsanerkennung.

Bei nichtverheirateten Eltern erhält das Kind zunächst nur die deutsche Staatsbürgerschaft, wenn die Mutter Deutsche ist. Sollte nur der Vater Deutscher sein, muss eine Vaterschaftsanerkennung durchgeführt werden. Diese muss öffentlich beurkundet werden. Entsprechende Stellen dafür im Inland sind Standesamt, Jugendamt oder Notariat, im Ausland eine Botschaft oder das Generalkonsulat. Alle Dokumente sind, sofern sie in einer anderen Sprache ausgestellt wurden, durch einen vereidigten Übersetzer in die Amtssprache Deutsch zu übersetzen.

Die Antragstellung ist freiwillig und an keine Frist gebunden, sollte der Elternteil vor dem 01.01.2000 geboren worden sein. In diesen Fällen ist auch die Nachbeurkundung der Geburt eines bereits volljährigen Kindes möglich. Davon ausgenommen sind die bereits erwähnten Kinder eines nach dem 31.12.1999 im Ausland geborenen Deutschen. Für diese Kinder ist binnen eines Jahres die Geburt beim Standesamt oder der zuständigen deutschen Auslandsvertretung anzuzeigen.


Die Passausstellung

Nach erfolgreicher Ausstellung der Geburtsurkunde folgt in einem zweiten Schritt der Antrag auf Ausstellung eines Passdokuments. Bei der Beantragung des Reisepasses werden neben einer Gebühr ein biometrisches Foto gefordert.  Ferner muss ein wichtiger Grund für die Beantragung dargelegt werden. Das jeweilig zuständige Bürgeramt kann darüberhinausgehende individuelle Anforderungen ausweisen. Bei Unklarheiten kontaktieren Sie gerne unser Rechtsanwaltsteam.


Das Geburtsortprinzip

Für in Deutschland geborene Kinder, deren Eltern ausländische Staatsbürger sind, gilt seit dem Jahr 2000 das Geburtsortprinzip. Hierbei erhält das Kind dann die deutsche Staatsbürgerschaft, wenn zum Zeitpunkt der Geburt mindestens ein Elternteil seit acht Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland und zudem ein unbefristetes Aufenthaltsrecht hat (gem. § 4 III StAG).

Die Grundidee dieser Regelung ist, den im Inland geborenen Kindern die Staatsbürgerschaft des Landes zu ermöglichen, in dem zumindest ein Elternteil seinen Lebensmittelpunkt hat bzw. sie selbst aufgewachsen sind, um dadurch die Integration in die deutschen Lebensverhältnisse zu verbessern.


Rechtmäßiger Aufenthalt der Eltern

Auch diese Art des Staatsbürgerschaftserwerbs durch Geburt ist an eine Reihe von zu erfüllenden Erfordernissen geknüpft. Die Rechtmäßigkeit des achtjährigen elterlichen Aufenthalts bestimmt sich nach den nationalen Vorschriften über das Aufenthaltsrecht. Dieser ist grundsätzlich rechtmäßig, wenn die betroffene Person über einen Aufenthaltstitel (gem. § 4 I AufenthG), also eine Aufenthalts- bzw. Niederlassungserlaubnis, ein Visum oder eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG verfügt und im Besitz eines gültigen Passes oder Passersatzes ist (gem. § 3 I AufenthG). Ebenfalls ausreichend ist eine anerkannte Asylberechtigung.

Keinen rechtmäßigen Aufenthalt haben dagegen ausreisepflichtige Ausländer, auch wenn sie eine Duldung besitzen. Zeiten, in denen eine Person im Besitz einer Duldung war, können auf die Zeiten des rechtmäßigen Aufenthalts nicht angerechnet werden.

Aus der Formulierung im Gesetz geht hervor, dass es nicht etwa um die Summe mehrere Aufenthalte in Deutschland geht, sondern um einen möglichst ununterbrochenen Inlandsaufenthalt.  Sollte eine Person Unterbrechungen in ihrem Aufenthalt in Form von Auslandsaufenthalten haben, gilt es individuell zu klären, ob diese Unterbrechung für eine Einbürgerung negative Auswirkungen entfaltet.

Hintergrund dieser Regelung über einen achtjährigen rechtmäßigen Aufenthalt ist die Integrationsprognose zugunsten des Kindes, welches durch Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft erwirbt und dessen Eltern nicht nur ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben, sondern auch ein unbefristetes Aufenthaltsrecht. Beides dürfte erheblich zur Rechtssicherheit und zum Wohlgedeihen der Familie beitragen.

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