Autounfall Anwalt in Aachen und KölnAutounfall: Grundsätze der Unfallschadensregulierung

Sie fahren nach Feierabend gemütlich auf der Bundesstraße nach Hause, als urplötzlich vor Ihnen ein anderes Fahrzeug entgegen den Vorfahrtsregeln einfährt und es zu einem Unfall kommt. Nachdem Sie sich vergewissert haben, dass es zu keinem Personenschaden gekommen ist und Sie den ersten Schockmoment überwunden haben, stellen Sie sich wahrscheinlich die Frage: wer kommt für den Schaden auf?

Das Führen eines Fahrzeuges im Straßenverkehr birgt das Risiko, in einen Unfall verwickelt zu werden. Für die Durchsetzung der Ansprüche aus einem unverschuldeten Verkehrsunfall sind das Verhalten an der Unfallstelle und die optimale Schadensregulierung relevant.

Beweissicherung

Die Klärung der Haftungsfrage beginnt am Unfallort. Für die erfolgreiche Durchsetzung der Ansprüche aus einem unverschuldeten Verkehrsunfall gegenüber der gegnerischen Haftpflichtversicherung ist die Beweissicherung unumgänglich, im Zweifel muss in einem Gerichtsprozess bewiesen werden, wie es zum Unfall gekommen ist.

Die Unfallaufnahme beginnt mit der Feststellung der Personalien des Unfallgegners sowie etwaiger anwesenden Zeugen des Geschehens. Es empfiehlt sich, die Unfallstelle, die Umgebung und die Position der Fahrzeuge zu fotografieren, was im Zeitpunkt der technischen Möglichkeiten der Mobiltelefone unproblematisch sein dürfte. Da bei Verkehrsunfällen ohne Personenschaden die Fahrbahn schleunigst geräumt werden muss, sollte hierbei schnell vorgegangen werden, denn im Zweifel kann die Position der Fahrzeuge nicht mehr rekonstruiert werden.

In einem Schadenbericht halten die Beteiligten ihre Personalien, die Kennzeichen der Fahrzeuge, die Versicherungsdaten, sowie wichtige Angaben zum Unfallort sowie der Unfallzeit fest. Die entsprechenden Schadenberichtsformulare werden vom ADAC sowie von den Haftpflichtversicherungen zur Verfügung gestellt, es empfiehlt sich, diese im Handschuhfach mitzuführen. Es sollte bei der Ausfüllung eines solchen Formulars vermieden werden, Aussagen zum eigenen Verursachungsbeitrag zu treffen.

Die Hinzuziehung von Polizeibeamten ist ratsam. Auch wenn die Polizeibeamten für die Aufnahme leichter Verkehrsunfälle wenig Begeisterung zeigen, ist dieses Vorgehen unumgänglich, wenn der Unfallgegner sein Verschulden abstreitet oder die Personalien nicht festgestellt werden können. Bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden, bei Verdacht auf Alkohol- oder Drogenfahrt, bei Vorwürfen des Unfallgegners hinsichtlich der Haftungsfrage, bei einem provozierten Unfall, sollte die Polizei zur Unfallaufnahme dringend hinzugezogen werden.

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Wir helfen Ihnen

Lassen Sie sich nicht auf ein Schadenmanagement der Versicherung ein und beauftragen Sie einen Rechtsanwalt mit der Unfallschadensregulierung.

Die Kanzlei Schlun & Elseven steht Ihnen bei Unfällen in Aachen, Köln und Umgebung zur Verfügung und ist Ihr zuverlässiger und kompetenter Partner bei allen Fragen zum Verkehrsrecht. Sofern Sie rechtsschutzversichert sind, übernehmen wir gerne kostenfrei die Abwicklung mit Ihrer Versicherung. Rufen Sie uns ganz einfach unter 0241 4757140 an oder senden Sie uns eine Nachricht per E-Mail an info@se-legal.de oder nutzen Sie unser Onlineformular. Gerne erläutern wir Ihnen im Rahmen unserer kostenlosen Ersteinschätzung Ihre Chancen und Möglichkeiten.

Erste Schritte bei der Schadenregulierung

§ 7 AKB sieht vor, dass der Unfallschaden der eigenen Versicherung gemeldet und innerhalb einer Woche schriftlich angezeigt werden soll. Die Meldung des Unfallschadens der eigenen Versicherung ist im Falle einer streitigen Schuldfrage ratsam, damit die eigene Versicherung nicht vorschnell Zahlungen an den Unfallgegner leistet.

Der Geschädigte eines unverschuldeten Verkehrsunfalls sollte des Weiteren einen Sachverständigen seiner Wahl mit der Feststellung des Schadenumfanges und der Schadenhöhe beauftragen. Die Erstellung eines Gutachtens dient zugleich auch als Beweissicherung. Im Falle der streitigen Haftung empfehlen wir zumindest die Einholung eines kostengünstigeren Kostenvoranschlages. Dies gilt auch bei Bagatellschäden bis EUR 750,00.

Die Kosten für die Einholung eines Gutachtens sind erstattungsfähige Schadenspositionen!

Zu den von der gegnerischen Versicherung erstattungsfähigen Positionen gehören auch die Kosten eines Rechtsanwaltes, der den Geschädigten bei der Unfallregulierung unterstützt. Der Rechtsanwalt übernimmt die Korrespondenz mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung, beziffert und setzt die Ansprüche des Geschädigten durch.

Die von den Haftpflichtversicherungen zahlreich übermittelten Regulierungsangebote sind jedenfalls mit Vorsicht zu genießen. Wer würde allen Ernstes meinen, dass der Schädiger alle entstandenen Positionen berücksichtigt? Zumindest die Positionen des Nutzungsausfalles und der Unkostenpauschale werden dabei in der Regel nicht berücksichtigt. Insbesondere das beliebte Angebot der Haftpflichtversicherungen des Schädigers, einen eigenen Sachverständigen mit der Schätzung der Schadenshöhe zu beauftragen, sollte von den Geschädigten besonders hinterfragt werden. Die gegnerische Haftpflichtversicherung, die den Schaden bezahlen muss, ist bei diesen Fragen definitiv als Gegner anzusehen, mit allen Konsequenzen!

Schadenspositionen

1. Reparaturschaden

Das Gesetz sieht für den Geschädigten grundsätzlich zwei Arten der Schadensabrechnung, eine konkrete- mit Vorlage einer Reparaturrechnung – und eine fiktive – lediglich auf der Grundlage des Gutachtens, vor. In der Wahl der Schadensbehebung ist der Geschädigte frei.

Von einem Reparaturschaden spricht man, wenn die kalkulierten Reparaturkosten niedriger sind als der Wiederbeschaffungswert; hierbei wird der Rest (also der Wert des Unfallfahrzeugs in beschädigtem Zustand) nicht berücksichtigt.

Erst wenn keine konkrete Reparaturdurchführung nachgewiesen, sondern der Schaden fiktiv bzw. abstrakt („auf Gutachtenbasis“) abgerechnet werden soll, muss geklärt werden, ob die Reparaturkosten einerseits oder die Differenz aus Wiederbeschaffungswert und Restwert andererseits (sog. Wiederbeschaffungsaufwand) einen niedrigeren Betrag ergibt; lediglich auf diesen niedrigeren Betrag besteht bei dieser Art der Schadenabrechnung ein Anspruch.

2. Wirtschaftlicher Totalschaden

Wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert um 130 % übersteigen, spricht man von einem wirtschaftlichen Totalschaden. Im Gegensatz zum technischen Totalschaden ist die Reparatur zwar technisch möglich, wirtschaftlich jedoch unvernünftig.

Liegen die voraussichtlichen Reparaturkosten über 130 % des Wiederbeschaffungswertes, hat der Geschädigten einen Anspruch auf Ersatz des Wiederbeschaffungsaufwandes (Wiederbeschaffungswert minus Restwert).

Bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen darf der Geschädigte aber auch die Reparaturkosten ersetzt verlangen, selbst wenn dies die teurere Variante darstellt. Die Brutto-Reparaturkosten dürfen hierbei nicht 130 % des Wiederbeschaffungswertes übersteigen, das Fahrzeug müsste tatsächlich fachgemäß instandgesetzt worden sein und das Fahrzeug müsste mindestens 6 Monate nach dem Unfall genutzt werden.

3. Merkantiler Minderwert

Unter einer merkantilen Wertminderung versteht man die Differenz des Verkaufserlöses des auch reparierten Unfallfahrzeuges zu einem unfallfreien. Diesen stellt der Gutachter fest, der Anspruch besteht unabhängig von etwaigen Verkaufsabsichten.

4. Nutzungsausfall/Mietwagenkosten

Für die Dauer der Reparatur oder Ersatzbeschaffung kann ein Mietwagen genommen werden. Kann darauf verzichtet werden, steht dem Geschädigten eine Nutzungsausfallentschädigung zu.

Zu den weiteren ersatzfähigen Schadenspositionen gehören

• Abschlepp- und Bergungskosten
• Standkosten
• Ab- und Anmeldekosten
• Leasingschäden und Finanzierungskosten
• Rückstufungsschaden