Die Plattform Jameda dient als Suchmaschine und Bewertungsportal für im Gesundheitswesen tätige Personen. Inzwischen suchen über 5 Millionen Nutzer einen passenden Arzt über die genannten Website. Dabei achten diese besonders auf die Bewertungen der jeweiligen Ärzte. Diese sollten im besten Fall durchweg positiv sein. Die Plattform bietet die Möglichkeit einer anonymen Bewertung für jedermann, die sowohl positiv als auch negativ ausfallen kann.

Während positive Kommentare und Bewertungen als Werbung dienen können, schrecken negativen Bewertungen den nach dem passenden Arzt suchende Nutzer der Website oftmals ab. Zu bedenken ist dabei, dass diese negativen Kommentare oftmals verfälscht und aus einer Emotion heraus verfasst worden sind.

Unzufriedene Patienten schießen mit ihrer schlechten Bewertung schnell über das Ziel hinaus, indem Sie unwahre Tatsachen behaupten oder gar den Arzt persönlich diffamieren. Eine solche Negativwerbung kann zu immensen finanziellen Schäden führen. Sie fragen sich nun als Betroffener, ob Sie diese Kommentare und Bewertungen löschen können? Wir helfen Ihnen gerne.

Unser Anwaltsteam von Schlun & Elseven Rechtsanwälte berät und vertritt sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen in allen Fragestellungen und Problemen, die das Internetrecht mit sich bringen kann.

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Löschungsanspruch bei schlechten Bewertungen auf Jameda?

Grundsätzlich können Ärzte nicht gegen die Bewertung auf einer solchen Plattform vorgehen. Ein Arzt der online bewertet wird, muss dies prinzipiell hinnehmen. Jedoch ist es möglich, einzelne auf Jameda veröffentlichte Bewertungen entfernen zu lassen. Die Grundlage der Löschung kann zum einen die Rechtswidrigkeit einer Bewertung sein und zum anderen die eigenen rechtlichen Grundlagen der Plattform.

Eine Bewertung ist rechtswidrig, wenn sie eine unwahre Tatsache, Beleidigung oder Schmähkritik beinhaltet. Rechtmäßig hingegen sind Meinungsäußerungen. Diese werden von der Verfassung (Art. 5 Abs. 1 GG) geschützt. Jedoch ist zu bedenken, dass eine Meinungsäußerung nicht das Persönlichkeitsrecht des bewertenden Arztes verletzten darf. Wann genau nun eine Bewertung gelöscht werden kann und darf, richtet sich nach dem Inhalt dieser. Im Folgenden schildern wir Ihnen, welche Arten von Bewertungen gelöscht werden können.

Fakebewertung

Die Bewertung eines angeblich unzufriedenen Patienten, der jedoch überhaupt nicht existent ist, stellt eine sogenannte Fakebewertung dar. In einem solchen Fall steht dem Betroffenen ein Löschungsanspruch gegenüber Jameda als Plattformbetreiber zu. Bei dem Anspruch handelt es sich um einen sog. quasinegatorischen Unterlassungsanspruch (§§ 823, 1004 BGB analog).

Unwahre Tatsachenbehauptung

Tatsachen sind dem Beweis zugängliche Ereignisse oder Zustände der Gegenwart oder Vergangenheit. Die Verbreitung von unwahre Tatsachen in Bezug auf eine Person oder ein Unternehmen in der Öffentlichkeit ist grundsätzlich unzulässig. Im Gegensatz zu der Meinungsäußerung sind unwahre Tatsachenbehauptungen nicht von der Meinungsfreiheit nach § 5 Abs. 1 GG umfasst. Auch hier wird durch eine solche Bewertung ein Unterlassungsanspruch des betroffenen Arztes gegen den Plattformbetreiber gemäß §§ 823, 1004 BGB analog begründet.

Insbesondere ist zu beachten, dass die Beweislast für die Wahrheit der behaupteten Tatsachen nach der Rechtsprechung beim Äußernden liegt. In einem Gerichtsverfahren müsste demnach der bewertende Nutzer der Plattform nachweisen, dass die behauptete Tatsache der Wahrheit entspricht.

Meinungsäußerung

Auch steht dem betroffenem Arzt ein Anspruch auf Löschung der Bewertung zu, wenn die Äußerung des Jameda-Nutzers nicht mehr von der Meinungsäußerung des § 5 Abs. 1 GG umfasst wird. Die deutsche Verfassung schützt das Recht, frei seine Meinung äußern zu können. Dem Jameda-Nutzer ist es demnach erlaubt, seine Meinung, ob nun positiv oder negativ, im Rahmen einer Bewertung zu veröffentlichen. Die Grenzen, der von der Verfassung geschützten Meinungsäußerung, liegen bei sogenannten Schmähkritiken. Diese sind gegeben, wenn die persönliche Diffamierung des betroffenen Arztes im Vordergrund der Bewertung steht.

Beleidigungen, üble Nachrede, Verleumdung

Auch hier ist ein Anspruch auf Löschung gegeben. Die Beleidigung, üble Nachrede oder Verleumdung kann dabei den Arzt selbst, die Praxis oder seine Mitarbeiter betreffen. Unabhängig davon, wer nun betroffen ist, kann der Kommentar gelöscht werden und die betroffene Person kann darüber hinaus eine Strafanzeige bei der zuständigen Strafverfolgungsbehörde einlegen.


Wiederherstellung positiver Bewertungen

Neben der Möglichkeit negative Bewertungen löschen zu lassen, besteht für die Plattform Jameda überdies die Möglichkeit, auch positive Bewertungen zu löschen. Dies kommt zum Beispiel bei einem Manipulationsverdacht vor. Wird die Authentizität einer Bewertung angezweifelt, prüft die Plattform diese und löscht sie gegebenenfalls. Dennoch besteht für den Betroffenen die Möglichkeit, die von Jameda gelöschte Bewertung wiederherstellen zu lassen. Dabei liegt die Beweislast jedoch nun bei dem Betroffenen.


Unterstützung mit Schlun & Elseven

Sie sind eine im Gesundheitswesen tätige Personen und möchte eine Bewertung löschen oder wiederherstellen lassen? Wir unterstützen Sie gerne und stehen Ihnen beratend zur Seite. Mit Büros in Köln, Aachen und Düsseldorf sowie Konferenzräumen in Hamburg, Berlin, Stuttgart, Frankfurt und München sind wir bundesweit tätig. Rufen Sie uns an, schreiben Sie uns eine E-Mail oder nutzen Sie unser Online-Formular – gerne geben wir Ihnen im Rahmen einer ersten Einschätzung einen Überblick über Ihre Möglichkeiten.

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