You are here: Home » Unsere Services » Rechtsanwalt für Äußerungsrecht und Presserecht » Veröffentlichung und Verbreitung intimer und pornografischer Bilder

Veröffentlichung und Verbreitung intimer und pornografischer Bilder

Die Veröffentlichung oder Verbreitung intimer Bilder und Videos sind keine Seltenheit mehr. Oftmals verbreitet der/die Ex-Partner/in unüberlegt privat versendete und in der Beziehung entstandene intime Bilder. Immer offener und unüberlegt gehen vor allem die jüngeren Generationen mit dem Thema um.  Der persönlichen und rechtlichen Konsequenzen der Verbreitung oder Veröffentlichung eines solchen Fotos sind sie sich jedoch häufig nicht bewusst.

Sie haben ein intimes Bild oder Video von sich im Internet gefunden oder wissen, dass jemand ein solches anderweitig verbreitet? Wir helfen Ihnen gerne weiter. Im Folgenden erfahren Sie Wesentliches zur aktuellen Rechtslage und den möglichen zivil- wie auch strafrechtlichen Ansprüchen, die Sie vor allem gegen den Verbreiter der Aufnahme geltend machen können.

Unser Anwaltsteam von Schlun & Elseven berät und vertritt sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen in allen Fragestellungen und Problemen, die das Medienrecht mit sich bringen kann.

Rechtsberatung im Äußerungsrecht und Presserecht

Rechtsanwalt für Äußerungsrecht und Presserecht: Dr. Matthias Wurm

Dr. Matthias Wurm
Rechtsanwalt

Kontaktieren Sie uns

Die unerlaubte Verbreitung intimer Bilder und anderer Materialien kann verheerend sein.

Lassen Sie sich von Schlun & Elseven umfassend rechtlich beraten.

Allgemeine Rechtslage – Das Recht am eigenen Bild

Die Veröffentlichung eines Bildes ist nur unter Einhaltung bestimmter Vorschriften rechtlich erlaubt. Eine dieser Vorschriften ist das Recht am eigenen Bild, welches eine Ausprägung des Persönlichkeitsrechts (Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG) darstellt und in den §§ 22 ff. des Kunsturhebergesetzes (KunstUrhG/KUG) normiert ist. Geschützt wird durch die genannten Normen die ungewünschte Veröffentlichung von Bild- und Videoaufnahmen. Eine Person hat somit das Recht über die Veröffentlichung und Verbreitung eines Bildes, auf dem sie zu sehen ist, selbst zu entscheiden. Zu beachten ist, dass § 23 KUG jedoch einige Ausnahmen zu dieser Regelung festhält.

§ 22 KUG schützt vor der Verbreitung von „Bildnissen“. Dazu muss die auf dem Bild zu sehende Person, deren Einwilligung zur Veröffentlichung oder Verbreitung nicht vorliegt, erkennbar sein. Dies ist sie bereits dann, wenn sie von einer ihr lediglich bekannte Person, erkannt werden würde. Erforderlich ist demnach nicht, dass das Gesicht der Person auf dem Bildnis zu sehen ist. Vielmehr genügt es, wenn die Person durch ihre Haltung, ein äußerliches Merkmal oder ähnliches erkennbar ist.

Die Veröffentlichung einer pornografischen Aufnahme ist rechtlich strenger zu beleuchten. Denn hier sind die oben beschriebenen Erkennungsmerkmal nicht erforderlich. An die zulässige Verbreitung eines solchen Bildnis sind grundsätzlich höhere Anforderungen zu stellen.


Ansprüche gegen den Täter und den Betreiber der Plattform

Befürchten Sie die Veröffentlichung eines intimen Bildes oder wurde ein solches bereits ins Netz gestellt? Sie haben der Verbreitung der Aufnahme darüber hinaus nicht zugestimmt? Im Folgenden erfahren Sie, welche rechtlichen Möglichkeiten in solch einem Fall bestehen.

Zivilrechtliche Ansprüche

Zivilrechtliche Ansprüche können sich sowohl gegen den Täter richten als auch gegen den Betreiber der Plattform, auf der das Bild oder das Video veröffentlicht ist.

Ihnen ist der Täter bekannt? Nun besteht die Möglichkeit eines Unterlassungs- bzw. Beseitigungsanspruchs nach §§ 1004 Abs. 1 S. 2 BGB analog, 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit §§ 22, 23 Kunsturhebergesetz (KUG). Durch die Verletzung des Persönlichkeitsrechts ist es dem Opfer möglich, auf diese Art gegen den Verbreiter des Bildnisses vorzugehen. Dies soll entweder die Veröffentlichung der Aufnahme oder die weitere Verbreitung dieser verhindern. Eine Entfernung des Bildes oder des Videos genügt allerdings bei einer bereits erfolgten Veröffentlichung nicht. Da die Gefahr einer wiederholten Verbreitung bestehen könnte, ist es Ihnen (als Opfer) überdies möglich, einen strafbewehrten Unterlassungsanspruch von dem Verbreiter der Aufnahmen zu verlangen. Dies hat zur Folge, dass der Täter bei einer erneuten Veröffentlichung eine Strafe an die geschädigte Person (Sie) zahlen müsste.

Darüber hinaus kann der genannte Anspruch gegen den Betreiber der Plattform gerichtet werden, auf der die Aufnahme veröffentlicht wurde. Der Anspruch kann durch eine Abmahnung oder durch einen Antrag auf einstweilige Verfügung (§§ 936, 925 ZPO) durchgesetzt werden.

Auch kann der/die Geschädigte einen Schadensersatzanspruch (§ 823 Abs. 2 BGB i. V. m. §§ 22, 23 KUG) aufgrund eines ihm/ihr entstandenen Schadens (z.B. außergerichtliche Anwaltskosten) geltend machen. Besteht tatsächlich ein Anspruch auf Schadensersatz, kann die geschädigte Person bei einer besonders schweren Verletzung des Persönlichkeitsrechts überdies einen Schmerzensgeldanspruch geltend machen.

Zudem besteht ein sogenannter Löschungsanspruch. Wenn Sie in einer Beziehung ein intimes Bild oder Video an Ihren/Ihre Partner/in versendet haben oder diese/r ein solches von Ihnen gemacht hat und Sie nun getrennt sind, können Sie die Löschung der intimen Aufnahme verlangen. Dies ist möglich, wenn zum Zeitpunkt der Entstehung der Aufnahme ein Einverständnis Ihrerseits bestand, das sich jedoch lediglich auf den Zeitraum der intakten Beziehung bezog. Ob der/die Ex-Partner/in die Aufnahme nun besitzt oder veröffentlicht, ist in Bezug auf den Löschungsanspruch irrelevant, denn die Löschung dieser kann selbst bei dem bloßen Besitz verlangt werden.

Strafrechtliche Ansprüche

Auch können strafrechtliche Ansprüche geltend gemacht werden. Mittels einer Strafanzeige bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft kann gegen die Veröffentlichung oder Verbreitung intimer Aufnahmen vorgegangen werden. In § 33 KUG ist festgelegt, dass derjenige, der entgegen der §§ 22, 23 KUG ein Bildnis veröffentlicht oder verbreitet mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe zu bestrafen ist.

Auch ist eine Strafbarkeit nach § 201a StGB möglich. Die zuvor genannte Norm aus dem Kunsturhebergesetz (KUG) stellt lediglich die Verbreitung und Veröffentlichung eines intimen Bildes unter Strafe. § 201a StGB soll vor der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen schützen. Durch die Norm wird demnach bereits die Anfertigung einer intimen Bildaufnahme, zu der kein Einverständnis vorliegt, bestraft.

Zudem sind insbesondere die §§ 184b und 184c StGB zu betrachten. Nach den genannten Normen wird die Verbreitung, der Erwerb sowie der Besitz kinder- und jugendpornografischer Inhalte unter Strafe gestellt. Von Pornografie spricht man, wenn das Dargestellte primär der sexuellen Erregung des Betrachters dient. Die Strafbarkeit einer Person ist von dem Alter des Kindes oder des Jugendlichen abhängig, das/der auf intime Art dargestellt wird. Auch macht sich gemäß § 184 StGB derjenige strafbar, der pornografische Inhalte verbreitet. Dabei ist das Alter des Empfängers irrelevant. Erhält eine Person eine pornografische Aufnahme, ohne zuvor ihr Einverständnis gegeben zu haben, liegt eine Straftat vor.

Ihnen wurde ein unangemessenes Bild zugesendet oder Sie befürchten die Verbreitung eines intimen Bildes, auf dem Sie zu sehen sind? Wir helfen Ihnen weiter. Kontaktieren Sie uns gerne direkt über unser Online-Formular oder rufen Sie uns an.


Unterstützung mit Schlun & Elseven

Sie haben weitere Fragen zum Medienrecht? Unsere Rechtsanwälte stehen Ihnen gerne zur Seite. Schlun & Elseven Rechtsanwälte PartG ist eine multidisziplinäre Kanzlei. Mit Büros in Köln, Aachen und Düsseldorf sowie mit Konferenzräumen in Hamburg, Berlin, Stuttgart, Frankfurt und München sind wir bundesweit tätig. Unsere Rechtsanwälte beraten Sie in Deutsch, Englisch und vielen weiteren Sprachen. Rufen Sie uns an, schreiben Sie uns eine E-Mail oder nutzen Sie unser Online-Formular – gerne geben wir Ihnen im Rahmen einer ersten Einschätzung einen Überblick über Ihre rechtlichen Möglichkeiten.

Kontaktieren Sie uns bei Fragen rund um die Veröffentlichung und Verbreitung intimer und pornographischer Bilder

Nutzen Sie das nachstehende Formular, um uns Ihr Anliegen zu schildern. Nach Erhalt Ihrer Anfrage werden wir Ihnen anhand des geschilderten Sachverhaltes eine kurze Ersteinschätzung abgeben und ein Kostenangebot zukommen lassen. Anschließend können Sie entscheiden, ob Sie uns den Auftrag erteilen möchten.

Standorte


Bürozeiten

Mo. – Fr: 09:00 – 19:00
24h Kontakt:
0221 93295960
E-Mail:
info@se-legal.de

Termine nur nach telefonischer Absprache.

Rechtsanwalt in
Aachen

Schlun & Elseven
Rechtsanwälte PartG
Von-Coels-Str. 214
52080 Aachen
Tel: 0241 4757140
Fax: 0241 47571469

Rechtsanwalt in
Köln

Schlun & Elseven
Rechtsanwälte PartG
Kyffhäuserstr. 45
50674 Köln
Tel: 0221 93295960Fax: 0221 932959669

Rechtsanwalt in
Düsseldorf

Schlun & Elseven
Rechtsanwälte PartG
Düsseldorfer Str. 70
40545 Düsseldorf
Tel: 0211 1718280
Fax: 0221 932959669

Konferenzräume

München 80339
Theresienhöhe 28

Hamburg 20354
Neuer Wall 63

Berlin 10785
Potsdamer Platz 10

Stuttgart 70174
Friedrichstraße 15

Frankfurt 60314
Hanauer Landstrasse 291 B