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Abmahnung im Arbeitsrecht

Bekommen Sie als Arbeitnehmer eine arbeitsrechtliche Abmahnung von Ihrem Vorgesetzten zugesandt, ist das erste Gefühl Verunsicherung. Was habe ich falsch gemacht? Darf mein Arbeitgeber mich überhaupt in dieser Form abmahnen? Ist die Abmahnung gerechtfertigt? Ist sie bloße Entlassungsstrategie? Wichtig ist es an dieser Stelle, die Ruhe zu bewahren und nicht die Konfrontation mit dem Arbeitgeber zu suchen. Mit unüberlegten Reaktionen verschlimmern Sie  womöglich die eigene persönliche und rechtliche Situation.

Unsere Rechtsanwälte für Arbeitsrecht vertreten Sie an unseren Standorten in Aachen, Köln und Düsseldorf und darüber hinaus auch bundesweit.

Arbeitsrechtliche Fragen können mit dem richtigen Rechtspartner gelöst werden.

Bei Schlun & Elseven vertreten engagierte Fachanwälte für Arbeitsrecht Ihre Interessen.

Expertise bei arbeitsrechtlichen Abmahnungen & Inhaltsüberblick

Unsere Rechtsanwälte beraten und vertreten sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber bei allen Fragen des Arbeitsrechts, auch bezüglich arbeitsrechtlicher Abmahnungen. Anhand unseres profunden Fachwissens könne wir Ihre Abmahnung gezielt auf ihre Rechtmäßigkeit hin prüfen.

In diesem Artikel wollen wir einen kurzen Überblick über die arbeitsrechtliche Abmahnung bieten.

  • Welche rechtliche Bedeutung hat eine Abmahnung?
  • Wie können Sie gegen eine Abmahnung vorgehen?
  • Abmahnung im Falle einer Kündigung.

Welche rechtliche Bedeutung hat eine Abmahnung

Eine Abmahnung wird dann ausgesprochen, wenn der Arbeitgeber ein Verhalten des Arbeitnehmers rügen will, welches aus seiner Sicht die vertraglichen Pflichten des Arbeitnehmers aus dem Arbeitsvertrag verletzt. Damit macht der Arbeitgeber zugleich deutlich, dass sich das Arbeitsverhältnis  in Gefahr befindet. Die Abmahnung ist somit häufig der Vorläufer einer ordentlichen Kündigung aufgrund von Fehlverhalten des Arbeitnehmers während der Arbeit. Mit Blick auf das Verhältnismäßigkeitsgebot gilt sie im Arbeitsrecht regelmäßig als Vorbedingung für eine verhaltensbedingte Kündigung und hat für den Arbeitnehmer eine Warnfunktion.


Wie Sie gegen eine Abmahnung im Arbeitsrecht vorgehen können

Im Moment der Abmahnung selbst können Sie zunächst den Arbeitgeber kontaktieren und darum bitten, die Abmahnung aus der geführten Personalakte zu löschen. Sofern er sich weigert, dies zu tun, steht Ihnen das Recht zu, eine sogenannte Gegenvorstellung einzureichen. Auf diese Weise können Sie Ihre Sicht der Dinge ebenfalls zur Akte geben.

Sollten Sie der Meinung sein, die Abmahnung sei Ihnen gegenüber fälschlicherweise ausgesprochen worden, steht Ihnen neben der Einreichung einer Gegendarstellung auch die Möglichkeit offen, auf die Entfernung der Abmahnung hin zu klagen. Hierbei kann ein fachkundiger Rechtsanwalt für Arbeitsrecht Ihre Chancen und Risiken bewerten.


Im Falle der Kündigung

Sollte der Arbeitgeber sich auf eine Abmahnung berufen, um Ihnen zu kündigen, ist es sinnvoll, auch die Abmahnung von einem Anwalt für Arbeitsrecht überprüfen zu lassen. Denn die Abmahnung kann aus zahlreichen Gründen fehlerhaft und damit unwirksam sein.

Zunächst kann die Abmahnung bereits formell fehlerhaft sein, wenn sie inhaltlich nicht vollständig ist.

  1. Was ist das konkrete Fehlverhalten des Arbeitnehmers?
  2. Warum verstößt dieses Verhalten gegen den Arbeitsvertrag?
  3. Aufforderung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer, sich in Zukunft vertragsgemäß zu verhalten.
  4. Welche Konsequenzen drohen für wiederholtem Fehlverhaltens?

Die Abmahnung muss (1) das Fehlverhalten des Arbeitnehmers konkret benennen, also Ort, Zeit und das Verhalten des Arbeitnehmers beschreiben. Auch muss sie eine Begründung darüber enthalten, warum (2) gerade dieses Verhalten gegen den Arbeitsvertrag verstößt. Der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer (3) auffordern, sich zukünftig vertragsgemäß zu verhalten. Zuletzt muss aus der Abmahnung (4) deutlich hervorgehen, welche Konsequenzen ein wiederholtes Fehlverhalten für ihn haben wird.

Wird ein schweres Fehlverhalten mit der Abmahnung gerügt und will der Arbeitgeber nachträglich aus demselben Grund fristlos kündigen, so muss er erst ein erneutes, gleiches Fehlverhalten abwarten. Denn mit der Abmahnung hat er bereits zum Ausdruck gebracht, dass er dem Arbeitnehmer noch eine Chance gibt. Daher kann er – ohne einen erneuten Verstoß – nicht argumentieren, eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses sie für ihn unzumutbar, so dass er das Arbeitsverhältnis außerordentlich kündigen muss.

Auch ist eine Kündigung wegen erneuten Fehlverhaltens unter Berufung auf eine zurückliegende Abmahnung nicht rechtmäßig, wenn das der Abmahnung zugrundeliegende Fehlverhalten bereits ca. 2-3 Jahre zurückliegt. Der Arbeitgeber kann sich in solchen Fällen nicht mehr darauf berufen.

Die arbeitsrechtliche Situation kann von Fall zu Fall unterschiedlich komplex gelagert sein. Unsere Rechtsanwälte unterstützen Sie in Ihrem Fall und erläutern Ihnen Ihre individuellen Chancen und Risiken.

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