Verteidigung bei Vorwürfen der Unfall- / Fahrerflucht

Ihr Rechtsanwalt für Strafrecht

Verteidigung bei Vorwürfen der Unfall- / Fahrerflucht

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Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort gemäß § 142 StGB – umgangssprachlich als Fahrerflucht oder Unfallflucht bezeichnet – stellt keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat dar, deren rechtliche Konsequenzen nicht zu unterschätzen sind. Die Strafandrohung reicht von einer Geldstrafe bis zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren, in besonders schweren Fällen bis zu fünf Jahren. Darüber hinaus droht die Entziehung der Fahrerlaubnis oder die Anordnung eines Fahrverbots. Trotz dieser gravierenden Folgen ereignen sich in Deutschland jährlich mehrere Hunderttausend Fälle von Unfallflucht. Eine effektive Verteidigung setzt fundierte Kenntnisse des Verkehrsstrafrechts und der einschlägigen Rechtsprechung voraus und ist ohne qualifizierten anwaltlichen Beistand kaum möglich.

Die Kanzlei Schlun & Elseven bietet umfassenden Rechtsbeistand im Verkehrsstrafrecht und verfügt über langjährige Erfahrung in der Verteidigung bei Fahrerfluchtvorwürfen. Unsere Strafverteidiger unterstützen Mandanten bundesweit in allen Phasen des Verfahrens – von der polizeilichen Anhörung über das staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren bis zur Hauptverhandlung vor Gericht. Wir analysieren Unfallgutachten, prüfen Zeugenaussagen und entwickeln eine maßgeschneiderte Verteidigungsstrategie. Unser Ziel ist es, die strafrechtlichen und verkehrsrechtlichen Konsequenzen für unsere Mandanten so gering wie möglich zu halten und bestmögliche Verfahrensergebnisse zu erzielen.

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Pflichten am Unfallort: Feststellungsduldung und Wartezeiten

Nach einem Verkehrsunfall dürfen Sie den Unfallort nicht einfach verlassen. Nach § 142 Abs. 1 Nr. 1 StGB ist jeder Unfallbeteiligte verpflichtet, die Feststellung folgender Daten zu ermöglichen:

  • Personendaten: Name, Anschrift, Personalausweis
  • Fahrzeugdaten: Kennzeichen, Fahrzeughalter, Versicherung
  • Unfallbeteiligung: Art und Umfang der Beteiligung am Unfallgeschehen

Die Pflicht dient der Sicherung zivilrechtlicher Schadensersatzansprüche und besteht gegenüber allen feststellungsbereiten Personen, wie andere Unfallbeteiligte, Geschädigte oder die hinzugerufene Polizei.

Sind keine feststellungsbereiten Personen anwesend, besteht eine Wartepflicht. Ein Unfallbeteiligter macht sich strafbar, wenn er sich vom Unfallort entfernt, bevor er eine angemessene Zeit gewartet hat, ohne dass jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen (§ 142 Abs. 1 Nr. 2 StGB). Die Rechtsprechung orientiert sich an folgenden Richtwerten:

  • Bagatellschäden (Kratzer, kleine Dellen): mindestens 30 Minuten
  • Mittlere Sachschäden: 30-60 Minuten
  • Erhebliche Schäden: mindestens 60 Minuten
  • Personenschäden: unverzügliche Polizeiverständigung erforderlich

Maßgeblich sind insbesondere Art und Schwere des Unfalls, die Unfallzeit, die Witterung, sowie der Unfallort und die Verkehrsdichte. Grundsätzlich besteht die Wartepflicht nur, solange damit zu rechnen ist, dass alsbald feststellungsbereite Personen eintreffen.

Ein Zettel an der Windschutzscheibe ersetzt die Wartepflicht nicht. Die gesetzlichen Anforderungen sind nicht gewahrt, sodass dieses Vorgehen auch den Vorwurf der Fahrerflucht nach sich ziehen kann.

Nachträgliche Feststellungsermöglichung

Selbst wer die vorgesehene Wartezeit eingehalten hat, kann sich nach § 142 Abs. 2 StGB strafbar machen, wenn nicht unverzüglich die Feststellungen ermöglicht. Unverzüglich bedeutet rechtlich, dass ohne schuldhaftes Zögern gehandelt werden muss. In der Praxis ist eine sofortige Meldung bei der nächsten Polizeistelle erforderlich, maximal dürfen zwei Stunden vergehen. Die beliebte „Meldung am nächsten Tag“ erfüllt nicht die Anforderung der Unverzüglichkeit und begründet daher eine Strafbarkeit wegen Fahrerflucht.

Die Pflicht zur nachträglichen Feststellungsermöglichung gilt auch bei berechtigter oder entschuldigter Entfernung vom Unfallort. Berechtigt entfernt man sich vom Unfallort, wenn ein Rechtfertigungsgrund eingreift. In Betracht kommen etwa eine Einwilligung des Geschädigten oder ein rechtfertigender Notstand nach § 34 StGB, z.B. aufgrund der Versorgung einer verletzten Person im Rahmen der allgemeinen Hilfspflicht (§ 323c Abs.1 StGB). Ein entschuldigtes Entfernen vom Unfallort kann angenommen werden, wenn sich eine Person aufgrund erheblicher Verletzungen im Schockzustand befindet.

Die Abgrenzung zwischen strafbarem und gerechtfertigtem Verhalten ist oft komplex. Unsere Rechtsanwälte für Strafrecht beraten umfassend zu den Voraussetzungen der Fahrerflucht.

Wen treffen die Pflichten des § 142 StGB?

Der Straftatbestand des § 142 StGB verpflichtet alle Personen, die an einem Unfall im Straßenverkehr beteiligt sind. Darunter fällt jedes plötzliche Ereignis, das mit den typischen Gefahren des Straßenverkehrs ursächlich zusammenhängt und durch das ein nicht nur belangloser Personen- oder Sachschaden verursacht wird. Erfasst ist ausschließlich der öffentliche Straßenverkehr. Die Bagatellgrenze liegt bei ca. 50€.

Als Unfallbeteiligter im Sinne des § 142 StGB gilt nicht nur der offensichtliche Unfallverursacher, sondern jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Unfallverursachung beigetragen haben kann (§ 142 Abs. 5 StGB). Die Bestimmung, wer tatsächlich am Unfall beteiligt war, kann häufig erst durch die Feststellungen am Unfallort ermöglicht werden. Auch ein Beifahrer kann Unfallbeteiligter sein, wenn er dem Fahrer beispielsweise ins Lenkrad gegriffen hat. Nicht unfallbeteiligt sind reine Unfallzeugen oder Ersthelfer, die nach dem Unfall eintreffen.

Die Fahrerflucht nach § 142 StGB setzt Vorsatz voraus. Das bedeutet: Der Unfallbeteiligte muss den Unfall bemerkt, zumindest für möglich halten, dass ein Schaden entstanden ist und den Unfallort bewusst verlassen haben.

Strafrechtliche Sanktionen und versicherungsrechtliche Folgen

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Die konkrete Strafhöhe richtet sich nach Schadenshöhe und Unfallschwere, Vorsatzgrad und Beweggründe, Vorstrafen im Verkehrsbereich und dem Nachtatverhalten (Geständnis, Schadenswiedergutmachung). Strafmildernd wirken Unfallschock oder Panikreaktion oder eine umgehende Selbstanzeige. Die tätige Reue im Sinne des § 142 Abs. 4 StGB gilt nur bei Unfällen außerhalb des fließenden Verkehrs, also im Wesentlichen bei Parkunfällen, die ausschließlich nicht bedeutende Sachschäden zur Folge haben. Hierfür gibt es keine eindeutige Wertgrenze. Angesetzt wird unter anderem bei ungefähr 1.500€.

Sich unerlaubt vom Unfallort zu entfernen, kann darüber hinaus die Entziehung der Fahrerlaubnis zur Folge haben (§ 69 Abs. 1, 2 Nr. 3 StGB). Dies gilt insbesondere, wenn die Person wusste oder wissen konnte, dass bei dem Unfall ein Mensch getötet oder nicht unerheblich verletzt worden oder an fremden Sachen bedeutender Schaden entstanden ist. Darüber hinaus kann die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis von einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) abhängig gemacht werden. Wird von der Entziehung der Fahrerlaubnis abgesehen, kann gegebenenfalls ein Fahrverbot angeordnet werden (§ 44 StGB).

Neben den strafrechtlichen Konsequenzen hat das unerlaubte Entfernen vom Unfallort regelmäßig auch versicherungsrechtliche Folgen. So kann etwa die vollständige Leistungsfreiheit des Fahrzeugversicherers oder eine Leistungskürzung folgen (§ 28 Abs. 2 VVG). Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Leistungsfreiheit des Versicherers gegenüber dem Versicherungsnehmer auf 2.500 Euro bzw. 5.000 Euro beschränkt ist (§ 6 KfzPflVV).

Schlun & Elseven: Professionelle Verteidigung bei Vorwürfen der Fahrerflucht

Im Falle einer Fahrerflucht prüfen die Anwälte von Schlun & Elseven, ob die gesetzlichen Voraussetzungen tatsächlich erfüllt sind – insbesondere hinsichtlich der Unfallbeteiligung, des Vorsatzes und der Einhaltung von Wartezeiten. Häufig ergeben sich bereits hier Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Verteidigung.

Wir prüfen Strafmilderungsmöglichkeiten, erarbeiten individuelle Verteidigungsstrategien und setzen uns für die Minimierung sowohl strafrechtlicher als auch versicherungsrechtlicher Folgen ein. Ziel ist es, eine Verfahrenseinstellung zu erreichen oder – falls dies nicht möglich ist – das bestmögliche Verfahrensergebnis für den Mandanten zu erzielen.

Auf einen Blick: Häufig gestellte Fragen zur Fahrerflucht

Ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort nach § 142 StGB – umgangssprachlich Fahrerflucht oder Unfallflucht genannt – liegt vor, wenn sich ein Unfallbeteiligter vom Unfallort entfernt, ohne zuvor die Feststellung seiner Personalien, Fahrzeugdaten und Unfallbeteiligung ermöglicht zu haben. Es handelt sich um eine Straftat, nicht um eine Ordnungswidrigkeit.

Bei einfachem unerlaubtem Entfernen vom Unfallort droht eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren. In besonders schweren Fällen erhöht sich der Strafrahmen auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Zusätzlich können verkehrsrechtliche Nebenfolgen wie Fahrerlaubnisentzug, Fahrverbot oder die Anordnung einer MPU hinzukommen.

Nach einem Verkehrsunfall ist jeder Unfallbeteiligte verpflichtet, die Feststellung seiner Personalien (Name, Anschrift), seiner Fahrzeugdaten (Kennzeichen, Halter, Versicherung) und seiner Unfallbeteiligung zu ermöglichen. Diese Pflicht besteht gegenüber anderen Unfallbeteiligten, Geschädigten oder der Polizei.

Ein Unfall liegt vor bei jedem plötzlichen Ereignis, das mit den typischen Gefahren des Straßenverkehrs ursächlich zusammenhängt und durch das ein nicht nur belangloser Personen- oder Sachschaden verursacht wird. Erfasst ist ausschließlich der öffentliche Straßenverkehr. Die Bagatellgrenze liegt bei etwa 50 Euro.

Berechtigt entfernt man sich vom Unfallort, wenn ein Rechtfertigungsgrund eingreift, etwa eine Einwilligung des Geschädigten oder ein rechtfertigender Notstand nach § 34 StGB, beispielsweise zur Versorgung einer verletzten Person im Rahmen der allgemeinen Hilfspflicht. Ein entschuldigtes Entfernen kann angenommen werden, wenn sich eine Person aufgrund erheblicher Verletzungen im Schockzustand befindet. Auch in diesen Fällen besteht jedoch die Pflicht zur nachträglichen unverzüglichen Meldung.

Die Strafverteidiger von Schlun & Elseven prüfen, ob die gesetzlichen Voraussetzungen der Fahrerflucht tatsächlich erfüllt sind – insbesondere hinsichtlich Unfallbeteiligung, Vorsatz und Einhaltung von Wartefristen. Die Kanzlei analysiert Unfallgutachten, prüft Zeugenaussagen, entwickelt maßgeschneiderte Verteidigungsstrategien und setzt sich für die Minimierung strafrechtlicher und versicherungsrechtlicher Folgen ein. Ziel ist eine Verfahrenseinstellung oder das bestmögliche Verfahrensergebnis.

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