Die Ausbreitung von COVID-19 (SARS-CoV-2), auch bekannt als Corona-Virus, führt weltweit zu so noch nie dagewesenen Maßnahmen. Dies betrifft nicht nur den persönlichen Bereich in Form von Ausgangssperren und Kontaktverboten für mittlerweile über eine Milliarde von Menschen, insbesondere auch Unternehmen sind von der Corona-Krise sehr stark betroffen. Erhebliche Umsatzeinbußen, der Ausfall von Produktionsstätten und Lieferketten sowie der Stillstand ganzer Branchen müssen wirtschaftlich aufgefangen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es für niemanden absehbar, wie lange der derzeitige Ausnahmezustand noch anhalten wird. Die Bundesregierung hat schnelle Hilfe versprochen und dabei insbesondere den leichteren Zugang von Kurzarbeitergeld in Aussicht gestellt. Dafür ist rückwirkend ab dem 01.03.2020 eine Gesetzesänderung in Kraft getreten. Beinahe täglich folgen immer mehr Meldungen, dass Unternehmen jeder Größenordnung zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus Kurzarbeit an ihren Standorten planen. Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr mit 2,35 Millionen Kurzarbeitern durch das Coronavirus. Wir beantworten die wichtigsten und drängendsten Fragen zu Kurzarbeit und zum Kurzarbeitergeld für betroffene Unternehmen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer in einem FAQ.


Was steht hinter dem Begriff Kurzarbeit?

Kurzarbeit bedeutet die vorübergehende Verringerung der regelmäßigen betrieblichen Arbeitszeit aufgrund eines erheblichen Arbeitsausfalls. Damit arbeiten die Arbeitnehmer eine geringere Stundenanzahl, als im Arbeitsvertrag vereinbart wurde. Es kann auch bedeuten, dass die Arbeitnehmer in der Kurzarbeit vorübergehend überhaupt nicht arbeiten. Dann wird von „Kurzarbeit Null“ gesprochen. Kurzarbeit wird für den Arbeitgeber notwendig, wenn es wie derzeit durch das Corona-Virus Aufträge ausbleiben oder ganze Branchen zum Stillstand gebracht wurden.

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Was ist Kurzarbeitergeld (KUG)?

Es handelt sich um eine Teilersatzzahlung durch die Agentur für Arbeit für den durch einen vorübergehend bestehenden Arbeitsausfall entstandenen Lohnausfall. Die Leistung erfolgt aus der Arbeitslosenversicherung. Das Kurzarbeitergeld wird im Sprachgebrauch der Agentur für Arbeit auch durch „KUG“ abgekürzt. Durch das KUG können Kündigungen vermieden werden und auch bei Auftragsausfällen für eine Weiterbeschäftigung der Arbeitnehmer gesorgt werden.


Wer hat einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld?

Dies ist nach § 95 SGB III dann der Fall, wenn:

  • ein erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall vorliegt
  • die betrieblichen Voraussetzungen erfüllt sind
  • die persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind
  • der Arbeitsausfall der Agentur für Arbeit angezeigt worden ist

Wann ist ein Arbeitsausfall erheblich?

Das ist nach der gesetzlichen Regelung dann der Fall, wenn der Arbeitsausfall auf wirtschaftlichen Gründen oder einem unabwendbaren Ereignis beruht, er vorübergehend und nicht vermeidbar ist und mit jeweiligen Kalendermonat mindestens ein Drittel der in dem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer von einem Entgeltausfall von jeweils mehr als 10 Prozent ihres monatlichen Bruttoentgelts betroffen sind.


Welche betrieblichen Voraussetzungen müssen für einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld vorliegen?

Es muss mindestens ein Arbeitnehmer beschäftigt sein.


Welche persönlichen Voraussetzung müssen für einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld vorliegen?

Die persönlichen Voraussetzungen sind nach der gesetzlichen Regelung insbesondere dann erfüllt, wenn der Arbeitnehmer nach Beginn des Arbeitsausfalls, eine versicherungspflichtige Beschäftigung fortsetzt, aus zwingenden Gründen aufnimmt oder im Anschluss an die Beendigung eines Berufsausbildungsverhältnisses aufnimmt. Das Arbeitsverhältnis darf zudem nicht gekündigt oder durch einen Aufhebungsvertrag aufgelöst sein und der Arbeitnehmer darf nicht von Kurzarbeitergeld ausgeschlossen sein.


Welche Personengruppen sind von dem Bezug von Kurzarbeitergeld ausgeschlossen?

Dies betrifft Arbeitnehmer, die nicht arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt sind, da es sich bei Kurzarbeit um eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung handelt. So sind Arbeitnehmer ausgeschlossen, die Krankengeld beziehen oder an einer geförderten beruflichen Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen.


Gelten aufgrund der Corona-Krise veränderte Bedingungen für das Kurzarbeitergeld?

Ja, im Eilverfahren hat der Bundestag am 13.03.2020 einstimmig einen Gesetzentwurf zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld angenommen. Dadurch kann die Bundesregierung bis Ende 2021 Rechtsverordnungen erlassen, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedürfen. Davon hat die Bundesregierung nun auch Gebrauch gemacht. Es gelten rückwirkend zum 01.03.2020 und befristet bis zum 31.12.2020 folgende Erleichterungen:

  • Anstelle der bisherigen Schwelle von 30 Prozent der Beschäftigten, kann jetzt ein Unternehmen schon Kurzarbeit anzeigen, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind.
  • Der Bezug von Kurzarbeitergeld ist nun auch für Leiharbeitnehmer möglich.
  • Sozialversicherungsbeiträge, die normalerweise vom Arbeitgeber für ihre kurzarbeitenden Arbeitnehmer gezahlt werden müssen, sollen von der Bundesagentur für Arbeit vollständig erstattet werden. Dies soll für die Unternehmen einen Anreiz darstellen, für den Zeitraum der Kurzarbeit die Weiterbildung der Arbeitnehmer zu fördern.
  • Grundsätzlich galt bislang, dass in Unternehmen, in denen Vereinbarungen zur Nutzung von Arbeitszeitschwankungen getroffen wurden, dies zur Vermeidung von Kurzarbeit eingesetzt werden musste. Das soll nun teilweise oder vollständig nicht mehr der Fall sein, es sollen keine Minusstunden mehr aufgebaut werden müssen, um Kurzarbeit zu vermeiden.

Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Die Höhe des Kurzarbeitergeld berechnet sich nach dem Nettoentgeltausfall. Grundsätzlich erhalten die Arbeitnehmer 60% des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts. Wenn mindestens ein Kind im Haushalt lebt, beträgt das Kurzarbeitergeld 67 % des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts.


Haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf Aufstockung des Kurzarbeitergelds durch den Arbeitgeber?

Nein, dies ist zumindest nach der gesetzlichen Regelung nicht der Fall. Es kann sich jedoch ein solcher Anspruch aus dem Tarifvertrag ergeben, sofern ein solcher vorliegt. In manchen Branchen ist dies üblich, wie beispielsweise in der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie oder der Metall- und Elektroindustrie mancher Bundesländer. In der Politik wird zudem eine flächendeckende Aufstockung diskutiert, um Lohnlücken für die Arbeitnehmer abzumildern.


Wenn der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld aufstocken möchte, ist dieser Zuschuss sozialversicherungspflichtig?

Der Zuschuss zum Kurzarbeitergeld ist beitragsfrei, solange der Zuschuss zusammen mit dem gezahlten Kurzarbeitergeld nicht 80 Prozent des ausgefallenen Arbeitsentgelts übersteigen.


Wie berechnet sich das Kurzarbeitergeld, wenn der Arbeitnehmer über der Beitragsbemessungsgrenze verdient?

In diesem Fall ist der Entgeltausfall vergleichbar wie beim Arbeitslosengeld bis zu dem Betrag abgesichert, zu welchem Beiträge entrichtet werden. Liegt das während der Kurzarbeit erzielte sogenannte Ist-Entgelt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze, so wird kein Kurzarbeitergeld gezahlt.


Kann der Arbeitgeber einseitig Kurzarbeit anordnen?

Nein, das ist nicht möglich. Es bedarf einer arbeitsrechtlichen Regelung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Das folgt daraus, dass den Arbeitgeber die grundsätzliche Pflicht trifft, seine Arbeitnehmer in vereinbarter Art und Weise zu beschäftigen und auch dementsprechend zu vergüten. Es ist möglich, dass sich eine solche Regelung für Kurzarbeit schon im Arbeitsvertrag getroffen wurde oder dass es eine tarifvertragliche Regelung oder eine Betriebsvereinbarung gibt. Ist das nicht der Fall, muss die Kurzarbeit mit jedem einzelnen Arbeitnehmer individuell vereinbart werden. Ansonsten ist es für den Arbeitgeber nicht möglich, Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit anzuzeigen.


Ist es zu empfehlen eine solche individuelle Vereinbarung, die der Arbeitgeber den Arbeitnehmern nun aufgrund der Corona-Krise vorlegt zu unterschreiben?

Dies kann nicht pauschal beantwortet werden. Für die Arbeitnehmer bedeutet Kurzarbeitergeld einen Verdienstausfall von bis zu 40 %. Gleichzeitig müssen weiterhin Kosten für Miete, Strom und Lebensmittel getragen werden. Dies kann zu beträchtlichen finanziellen Engpässen führen. Auf der anderen Seite kann die Anordnung von Kurzarbeit betriebsbedingte Kündigungen verhindern. Eine solche Entscheidung, ob die individuelle Vereinbarung mit dem Arbeitgeber unterschrieben werden soll, kann nur unter Berücksichtigung der individuellen Umstände getroffen werden. Es empfiehlt sich daher, bei offenen Fragen rechtskundige Beratung in Anspruch zu nehmen.


Welche Rolle spielt der Betriebsrat beim Kurzarbeitergeld?

Der Betriebsrat ist für die Einführung von Kurzarbeit im Unternehmen nach § 87 Abs. 1 Nr. 3 des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG) mitbestimmungspflichtig. Kann eine Einigung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat nicht herbeigeführt werden, kann die Einigungsstelle angerufen werden. Nach § 87 Abs. 2 BetrVG ersetzt der Spruch der Einigungsstelle dann die Einigung zwischen Arbeitgeber und dem Betriebsrat.


Gilt im Fall der Anordnung von Kurzarbeit die Reduzierung der Arbeitszeit für alle Arbeitnehmer gleichermaßen?

Nein, es ist lediglich eine wirksame Vereinbarung der Reduzierung der Arbeitszeit notwendig. Die Höhe der reduzierten Arbeitszeit kann je nach Arbeitnehmer unterschiedlich ausfallen.


Wie lange wird das Kurzarbeitergeld gezahlt?

Die gesetzliche Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld beträgt 12 Monate. Durch eine Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales kann die Bezugsdauer des Kurzarbeitergelds aufgrund außergewöhnlicher Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt jedoch auf bis zu 24 Monate verlängert werden. Sollte innerhalb des Zeitraums, in dem Kurzarbeitergeld bezogen wurde, ein Monat lang kein Kurzarbeitergeld gezahlt werden, verlängert sich die Bezugsdauer entsprechend um einen Monat.


Ist zwingend immer das ganze Unternehmen betroffen oder kann der Arbeitgeber Kurzarbeit auch nur für einzelne Abteilungen anzeigen?

Es ist nicht zwingend, dass der Arbeitgeber Kurzarbeit für das ganze Unternehmen anordnen muss. Es können auch lediglich einzelne Abteilungen betroffen sein und nur für diese Kurzarbeit angezeigt und eingeführt werden.


Was muss von Arbeitgeberseite getan werden, um Kurzarbeitergeld zu beantragen?

Insgesamt ist ein zweistufiges Verfahren von Arbeitgeberseite zu durchlaufen.
Zunächst muss der Arbeitgeber oder die Betriebsvertretung bei der zuständigen Agentur für Arbeit den Arbeitsausfall schriftlich oder elektronisch anzeigen. Die zuständige Agentur für Arbeit richtet sich nach dem Unternehmenssitz. Mit der Anzeige ist glaubhaft zu machen, dass ein erheblicher Arbeitsausfall besteht und die betrieblichen Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld erfüllt sind. Für überregional oder bundesweit tätige Unternehmen besteht die Möglichkeit einen sogenannten „Schlüsselkunden-Berater“ von der Agentur für Arbeit zu Seite gestellt zu bekommen, der die Koordinierung hinsichtlich der Kurzarbeit, den verschiedenen Agenturen für Arbeit und den jeweiligen Betrieben der Unternehmen übernimmt. Es ist anschließend Aufgabe der Agentur für Arbeit, zu entscheiden, ob dem Grunde nach die Voraussetzungen für die Zahlung von Kurzarbeitergeld vorliegen. Das Kurzarbeitergeld selbst erhalten die Arbeitnehmer vom Arbeitgeber. Dieser errechnet es selbständig und zahlt es anschließend an die Arbeitnehmer aus.

Der Arbeitgeber kann dann im zweiten Schritt einen schriftlichen oder elektronischen Antrag auf Erstattung des von ihm ausbezahlten Kurzarbeitergeldes an die Agentur für Arbeit stellen, den sogenannten Leistungsantrag. Für das Kurzarbeitergeld ist die Agentur für Arbeit zuständig, in deren Bezirk die für den Arbeitgeber zuständige Lohnabrechnungsstelle liegt. Dieser Antrag ist innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten einzureichen. Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalendermonats, in dem die Tage liegen, für die Kurzarbeitergeld beantragt wird.
Es können damit gegebenenfalls für Anzeige und Leistungsantrag unterschiedliche Agenturen für Arbeit zuständig sein, im Regelfall dürfte es sich jedoch um dieselbe Agentur für Arbeit handeln, da Lohnabrechnungsstelle und Betriebssitz oftmals zusammen fallen dürften.


Was passiert, wenn die Kurzarbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer unwirksam vereinbart wurde?

In diesem Fall ist der Arbeitgeber verpflichtet an den Arbeitnehmer die volle Lohnzahlung zu entrichten. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitskraft dem Arbeitgeber gegenüber auch tatsächlich anbietet. Sofern der Arbeitgeber dieses Angebot nämlich nicht annimmt, kommt er in Annahmeverzug und muss den sogenannten Annahmeverzugslohn in voller Höhe zahlen. Das Bundesarbeitsgericht hat in der Vergangenheit für die Wirksamkeit von Betriebsvereinbarung die folgenden Grundsätze festgelegt: „Eine Betriebsvereinbarung zur Einführung von Kurzarbeit muss die sich daraus ergebenden Rechte und Pflichten so deutlich regeln, dass diese für Arbeitnehmer zuverlässig zu erkennen sind. Erforderlich sind mindestens die Bestimmung von Beginn und Dauer der Kurzarbeit, die Regelung der Lage und Verteilung der Arbeitszeit sowie die Auswahl der betroffenen Arbeitnehmer“, BAG Urteil v. 18.11.2015, 5 AZR 491/14. Aus Arbeitgebersicht ist es bei der Einführung von Kurzarbeit damit äußerst wichtig, rechtswirksame Betriebsvereinbarungen und auch individuelle Vereinbarungen mit den Arbeitnehmern zu treffen.


Müssen Arbeitnehmer ihren Resturlaub vor Beginn des Bezugs von Kurzarbeitergeld genommen haben?

Sollten noch Resturlaubsansprüche der Arbeitnehmer aus dem Vorjahr bestehen, hat der Arbeitgeber darauf hinzuwirken, dass diese abgebaut werden. Es ist dem Arbeitgeber hingegen nicht möglich, zwangsweise Urlaub anzuordnen, wenn dem Urlaubswünsche der Arbeitnehmer entgegenstehen. Gleichzeitig stellt die Inanspruchnahme von Urlaubstagen eine Möglichkeit für betroffene Arbeitnehmer da, ihren Entgeltausfall zu reduzieren. Insofern bietet es sich an, dass Gespräche zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer über bestehende Urlaubsansprüche geführt werden, bevor Kurzarbeitergeld beantragt wird.


Müssen von den Arbeitnehmern angesammelte Überstunden abgebaut werden?

Ja, denn erst dann gilt der Arbeitsausfall als „unvermeidbar“.


Was gilt, wenn ein Arbeitnehmer während der Zeit der Kurzarbeit arbeitsunfähig erkrankt?

Dann besteht auch weiter der Anspruch auf Kurzarbeitergeld für den Arbeitnehmer, solange Anspruch auf Fortzahlung des Arbeitsentgelts im Krankheitsfall besteht oder ohne den Arbeitsausfall bestehen würde. Damit erhalten Arbeitnehmer wie auch im Fall außerhalb der Zeit von Kurzarbeit solange Kurzarbeitergeld, wie ihnen ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung zusteht, was üblicherweise sechs Woche beträgt. Im Anschluss daran besteht ein Anspruch des Arbeitnehmers auf Krankengeld gegenüber seiner Krankenkasse.


Ist es möglich, dass Arbeitnehmern während der Zeit der Kurzarbeit gekündigt wird?

Grundsätzlich stellt eine Kündigung nach dem Verhältnismäßigkeitsprinzip das letzte Mittel dar. Mit der Kurzarbeit sollen gerade Kündigungen von Arbeitnehmern vermieden werden. Die Kurzarbeit hat für Arbeitgeber den besonderen Vorteil, dass, wenn sich die wirtschaftliche Lage wieder verbessert, sie auf ihre eingearbeiteten und verlässlichen Beschäftigten zurückgreifen können. Letztlich kann jedoch Kurzarbeit betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen. So kann es aufgrund dauerhaft wirtschaftlich schlechter Verhältnisse dazu kommen, dass die Beschäftigungsmöglichkeit des jeweiligen Arbeitnehmer nicht nur vorübergehend sondern endgültig entfällt.


Sollte es zu einer Kündigung kommen, hat dann das Kurzarbeitergeld Auswirkungen auf die Höhe von Arbeitslosengeld (ALG 1) für den Arbeitnehmer?

Nein. Der Bezug von Kurzarbeitergeld wirkt sich nicht negativ auf die Höhe des Arbeitslosengelds aus. Berechnungsgrundlage für das Arbeitslosengeld bleibt dasjenige Arbeitsentgelt, das ohne den Arbeitsausfall erlangt worden wäre.


Welche Auswirkungen hat die Kurzarbeit auf den Rentenanspruch der Arbeitnehmer?

Die Rentenversicherung der Arbeitnehmer besteht auch im Zeitraum der Kurzarbeit weiter fort. Die Beiträge zur Rentenversicherung, werden wie auch sonst üblich von Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen getragen. Die Beiträge zur Rentenversicherung werden jedoch nur auf Basis des tatsächlich gezahlten verringerten Verdienstes der Arbeitnehmer gezahlt. Zusätzlich hat der Arbeitgeber weitere Beiträge auf Basis von 80 Prozent des ausgefallenen Arbeitsentgelts allein zu erbringen, damit den Arbeitnehmern keine Nachteile bei der späteren Rentenhöhe entstehen. Es erfolgt hier also eine bereits gesetzlich vorgesehene Aufstockung durch den Arbeitgeber. Diese ersetzt die entstehende Beitragslücke jedoch nicht vollständig. Damit hat die Kurzarbeit Auswirkungen auf den Rentenanspruch für den Arbeitnehmer. Die gesetzliche Regelung führt dazu, dass die Auswirkungen gering gehalten werden.


Ist es möglich während des Bezugs von Kurzarbeitergeld eine Nebentätigkeit aufzunehmen?

Auch während der Zeit von Kurzarbeit muss eine Nebentätigkeit dem Arbeitgeber angezeigt werden. Wird die Nebentätigkeit erst im Laufe des Zeitraums der Kurzarbeit aufgenommen und bestand nicht schon vor der Kurzarbeit, ist es wichtig zu wissen, dass es zu einer Kürzung des Kurzarbeitergelds kommt. Wie hoch diese Kürzung ist, ist von den jeweiligen Umständen abhängig. In diesem Zusammenhang ist von der Bundesregierung eine gesetzliche Regelung geplant, die die Aufnahme einer Nebentätigkeit während des Bezugs von Kurzarbeitergeld finanziell attraktiver machen soll, wenn es sich um eine Nebentätigkeit in den sogenannten systemrelevanten Berufen und insbesondere auch der Landwirtschaft handelt.


Können auch Selbständige und Minijobber Kurzarbeitergeld erhalten?

Da es sich um eine Leistung der Arbeitslosenversicherung handelt, können weder Selbständige noch Minijobber Kurzarbeitergeld erhalten, da sie nicht in der Arbeitslosenversicherung pflichtversichert sind.


Welche Möglichkeiten bestehen für den Arbeitgeber hinsichtlich Minijobbern oder geringfügig Beschäftigten?

Da es hier kein Kurzarbeitergeld gibt, muss der Lohn weiter gezahlt werden. Daneben könnte mit dem Arbeitnehmer über eine einvernehmliche Verringerung der vereinbarten Stundenzahl gesprochen werden. Letztlich verbliebe auch noch die Möglichkeit der betriebsbedingten Kündigung, sofern die Voraussetzungen dafür vorliegen.


Was gilt hinsichtlich Auszubildenden und Kurzarbeit?

Zunächst ist der Ausbildungsbetrieb auch in Zeiten von Arbeitsausfällen weiterhin zur Zahlung der Ausbildungsvergütung verpflichtet. Dies gilt nach § 19 BBiG in jedem Fall für eine Dauer von bis zu sechs Wochen. Nach den Arbeitsanweisungen der Agentur für Arbeit besteht wohl auch für Auszubildende sofern alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, im Anschluss die Gewährung von Kurzarbeitergeld.


Rechtsberatung zur Kurzarbeit bei Schlun & Elseven

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