In Zeiten der digitalen Fotografie ist die Versuchung für viele groß, ein Foto eines Dritten per copy und paste auf der eigenen Webseite, dem Blog, Onlineshop oder anderweitig im Internet zu veröffentlichen. Das durch die Verwendung des fremden Fotos geschützte Rechte des Urhebers verletzt werden und eine Abmahnung droht, scheint vielen nicht klar zu sein. Viele Internetnutzer gehen davon aus, dass ein Foto im Internet nicht nur frei zugänglich, sondern auch kostenlos nutzbar sei. Jedes Foto ist geschützt. Von diesem Grundsatz sollten Sie ausgehen, wenn Sie ein Foto im Internet nutzen wollen. Auch beim scheinbar sicheren Erwerb eines Fotos bei den bekannten Foto-Agenturen wie Getty Images, Corbis, Shutterstock, Fotolia oder der Nutzung von Fotos, die durch eine creative commons license geschützt sind, kann es schnell zu Rechtsverstößen kommen, die zu einer Abmahnung führen.

Sobald wegen dem geschützten Foto die Abmahnung eines Rechtsanwalts eingeht, mit der Aufforderung eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben und den Lizenz-Schaden und die Anwaltskosten zu begleichen, sind viele Betroffene zunächst geschockt über die Höhe der in der Abmahnung geltend gemachten Forderungen. Wenn Sie eine “Foto Abmahnung” bzw. eine urheberrechtliche Abmahnung erhalten haben, dann ist es zunächst wichtig Ruhe zu bewahren und nicht aufgrund der häufig kurz gesetzten Fristen eine vorschnelle bzw. unüberlegte Entscheidung zu treffen.

Abmahnung Bilderklau

Häufige Fragen unserer Mandanten zu Foto Abmahnungen:

1. Ist jedes Foto urheberrechtlich geschützt?


Fotos sind Lichtbilder i.S.d. Urheberrechtsgesetzes (UrhG). Ein Foto wird demnach als Lichtbild gemäß § 72 Abs. 1 UrhG in jeglicher Form geschützt. Unerheblich ist dabei, ob es sich bei dem betreffenden Foto um einen einfachen Schnappschuss oder um ein professionell erstelltes Foto handelt. Die Fälle in denen einem Foto der urheberrechtliche Schutz versagt wird, mangels Vorliegen der entsprechenden Schöpfungshöhe, sind eher selten anzutreffen. Zu beachten ist auch, dass Zeichnungen, Grafiken und Landkarten in der Regel auch urheberrechtlich geschützt sind. Avatare und Titelfotos auf den sozialen Plattformen wie Facebook verlieren ihren urheberrechtlichen Schutz nicht bereits dadurch, dass Sie einer breiten Masse zur Ansicht bereit gestellt werden. Sie dürfen daher selbstverständlich auch nicht ohne Erlaubnis des Urhebers verwendet werden.

2. Wie entsteht ein Urheberrecht an einem Foto?


Das Urheberrecht an einem Foto entsteht ab dem Zeitpunkt, in dem der Fotograf den Auslöser betätigt hat. Damit ein urheberrechtlicher Schutz besteht, ist es nicht erforderlich das Foto offiziell eintragen zu lassen, oder es mit einem Copyright © Symbol zu kennzeichnen. Das Copyright Symbol dient lediglich dazu, um auf ein bestehendes Urheberrecht hinzuweisen. Zudem kann die Vermutung der Urheberschaft gemäß § 10 Abs. 1 UrhG auf das Copyright Symbol gestützt werden (vgl. LG Frankfurt (Urt. v. 20.02.2008, Az 2-06 O 247/07, 2/06 O 247/07, 2-6 O 247/07, 2/6 O 247/07).

3. Wie kann der Abmahnende die Urheberschaft an dem Foto nachweisen?


Die Urheberschaft an einem Foto kann auf verschiedene Arten bewiesen werden. Der tragfähigste Beweis ist allerdings die Vorlage einer hochauflösenden Original-Datei oder der Negative (AG Düsseldorf, Urteil vom 18.08.2009, Az. 57 C 14613/08). Soweit der vermeintliche Urheber nicht nachweisen kann, dass er die Nutzungs- und Verwertungsrechte an dem Foto hat, sind die in der Abmahnung geltend gemachten Forderungen selbstverständlich hinfällig.

4. Soll ich die der urheberrechtlichen Abmahnung beigefügte Unterlassungserklärung unterschreiben?


Der Abmahnung ist in der Regel eine Unterlassungserklärung beigefügt. Diese Unterlassungserklärung sollten Sie keinesfalls ohne weiteres unterschreiben. Oftmals sind die Unterlassungserklärungen nämlich fehlerhaft oder zu weit gefasst. Wenn Sie nun die Unterlassungserklärung ungeprüft unterschreiben, kann dies unter Umständen als ein Schuldanerkenntnis gewertet werden. Mit der Folge, dass der Abmahnende seine Ansprüche aufgrund des abgegebenen Schuldanerkenntnisses leichter gegen Sie durchsetzen kann. Nehmen Sie daher bei Erhalt einer Abmahnung frühzeitig Kontakt zu einem spezialisierten Rechtsanwalt auf. Bei Verstreichen der in der Abmahnung gesetzten Frist kann Ihnen ansonsten ein teures einstweiliges Verfügungs- und Klageverfahren drohen.

5. Soll ich die in der Abmahnung geltend gemachten Schadensersatzansprüche bezahlen?


Wir raten davor ab, vorschnell die in der Abmahnung geltend gemachten Schadensersatzansprüche oder Rechtsanwaltskosten zu begleichen. Oft sind die Schadensersatzansprüche und Anwaltskosten überhöht und entbehren jeglicher Grundlage. Die Berechnung der Höhe des Lizenz-Schadensersatzes muss nämlich stets unter Zugrundelegung der hierzu entwickelten Rechtsprechung und unter Zuhilfenahme der einschlägigen Richtlinien für jeden Einzelfall ermittelt werden. Die Anwaltskosten richten sich nach dem Gegenstandswert, der in der Abmahnung nicht selten zu hoch angesetzt wird.


Die Kanzlei Schlun & Elseven steht Ihnen bundesweit zur Verfügung und ist Ihr zuverlässiger und kompetenter Partner bei allen Fragen zum Urheberrecht. Sofern Sie rechtsschutzversichert sind, übernehmen wir gerne kostenfrei die Abwicklung mit Ihrer Versicherung. Rufen Sie uns ganz einfach unter 0241 4757140 an oder senden Sie uns eine Nachricht per E-Mail an info@se-legal.de oder nutzen Sie unser Onlineformular. Gerne erläutern wir Ihnen im Rahmen unserer kostenlosen Ersteinschätzung Ihre Chancen und Möglichkeiten.

Ein persönliches Erscheinen in unserer Kanzlei ist in der Regel nicht erforderlich. Nachdem Sie uns Ihre Unterlagen zugesandt haben, gehen wir diese durch und erteilen Ihnen eine erste kostenlose und unverbindliche Ersteinschätzung. Wenn Sie sich dazu entschließen uns in der Sache zu mandatieren, dann senden wir Ihnen eine Vollmacht und eine Vergütungsvereinbarung zu. Für das außergerichtliche Vorgehen gegen Abmahnungen setzen wir in den meisten Fällen einen Pauschalbetrag für die Anwaltskosten an.