Familienrecht: Das Umgangsrecht der Eltern

Familienrecht: Das Umgangsrecht der Eltern

Die Regelung des Umgangs- und Sorgerechts führt nicht selten zu Konflikten, die für die Beteiligten eine enorme emotionale Belastung darstellen können.

Da das Kindeswohl in Deutschland unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung steht, wird das Umgangsrecht der Eltern nicht bedingungslos gewährt, sondern bleibt an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Entscheiden sich die Eltern, getrennte Wege zu gehen, sollte das Umgangsrecht auf keinen Fall als Druckmittel gegenüber dem anderen Elternteil genutzt werden. Kinder in die Mitte eines Scheidungsstreits zu ziehen, kann ihre emotionale Gesundheit nachhaltig beeinflussen. In einer so schwierigen Zeit gewährleitet der Rechtsbeistand eines erfahrenen Anwalts ein zielorientiertes, umsichtiges Vorgehen.

Die Kanzlei Schlun & Elseven bietet umfassende Unterstützung in allen familienrechtlichen Angelegenheiten.  Unsere Anwälte verfügen über ausgezeichnete Fachkompetenz und das notwendige Einfühlungsvermögen, um eine dauerhaft tragfähige Lösung zu erreichen und diese emotional fordernde Situation für Sie so angenehm wie möglich zu gestalten.

Sollten Sie Fragen zum Umgangs- und Sorgerecht oder anderen familienrechtlichen Angelegenheiten haben und eine persönliche Rechtsberatung wünschen, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren. Wir setzen uns für Sie ein!

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Umgangsrecht der Eltern: Das sollten Sie wissen

Nach einer Scheidung oder Trennung ist es insbesondere wichtig, dem Kind ein Gefühl von Stabilität zu vermitteln. Dies kann dadurch erfolgen, dass das Kind bei einem der Eltern seinen Lebensmittelpunkt hat. Das Umgangsrecht des anderen Elternteils wird davon indes nicht berührt. Dieses besteht jedoch nicht bedingungslos, sondern ist vom Kindeswohl abhängig. Nach der gesetzlichen Vermutung des § 1626 Abs. 3 Satz 1 BGB gehört zum Wohl des Kindes in der Regel der Umgang mit beiden Elternteilen. Dasselbe gilt für den Umgang mit anderen Personen, zu denen das Kind Bindungen besitzt, wenn ihre Aufrechterhaltung für seine Entwicklung förderlich ist (vgl. § 1626 Abs.3 Satz 2 BGB).

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass das Umgangsrecht nicht davon abhängt, ob die Eltern verheiratet sind oder nicht. Außerdem ist dieses Recht nicht an Unterhaltszahlungen gebunden.

Umgangs- und Sorgerecht

Umgangs- und Sorgerecht sollten nicht verwechselt werden. So kann ein Elternteil das alleinige Sorgerecht innehaben, während der andere lediglich ein Umgangsrecht hat. Das Umgangsrecht kann nur entzogen werden, wenn dieses das Wohl des Kindes gefährdet. In der Regel wird den Eltern das gemeinsame Sorgerecht zugesprochen. Hat das Gericht einem Elternteil das alleinige Sorgerecht gewährt, kann dies angefochten werden.

Haben Sie kein Sorgerecht, sondern nur das Umgangsrecht inne, sind Sie gewissen Einschränkungen ausgesetzt. Wichtige Lebensentscheidungen für das Kind zu treffen, obliegt grundsätzlich dem Sorgerechtsberechtigten. Um die eigenen Vorstellungen einzubringen, muss daher stets der Dialog mit diesem gesucht werden. Die Entscheidungsbefugnis des Sorgeberechtigten erstreckt sich selbst darauf, beschließen zu dürfen, mit dem Kind ins Ausland zu ziehen. Ein solcher Schritt berührt das Umgangsrecht indessen nicht, sodass Sie auch dann ein Recht darauf haben, Ihr Kind zu sehen, wenn es sich nicht mehr in Deutschland aufhält.

Beachten Sie, dass der alleinige Sorgeberechtigte die Rahmenbedingungen der Besuche festlegen darf. So kann dieser beispielsweise Aktivitäten mit hohem Verletzungsrisiko unterbinden. Es ist ratsam, stets zu versuchen, sich mit dem anderen Elternteil einvernehmlich darüber zu einigen, wie der Umgang gestaltet werden soll. Dies gilt auch im Falle des gemeinsamen Sorgerechts, da Konsens dem Wohle des Kindes stets dienlich ist.

Gibt es rechtliche Vorgaben für den Kindesumgang?

Es gibt keine gesetzlich festgelegte Zeit, die ein Elternteil mit seinem Kind verbringen sollte. Dies ist vielmehr ein Aspekt, den die Eltern untereinander klären sollten. Auch in diesem Zusammenhang ist stets das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt zu stellen.

Für jüngere Kinder sind in der Regel häufigere Besuche ratsam, die von kürzerer Dauer sind. Es kann für das Kind belastend sein, mehrere Tage am Stück von seiner eigentlichen Bezugsperson getrennt zu sein. Regelmäßige Besuche von einigen Stunden unterstützen hingegen die Herstellung eines innigen und kontinuierlichen Vertrauensverhältnisses zum anderen Elternteil. Für ältere Kinder und Teenager sind längere Aufenthalte bei dem anderen Elternteil indessen zumutbar. Es ist jedoch auch hier zu betonen, dass es keine allgemeinen Vorgaben gibt, die auf jede Situation anwendbar sind. Vielmehr ist das Ausgangsverhältnis zwischen den Beteiligten sowie die individuellen Umstände zu berücksichtigen. Folgende Faktoren sind jedoch in der Regel von Bedeutung:

  • Wie sind Ihre Arbeitszeiten?
  • Ist ihre Arbeit mit häufigen Reisen verbunden?
  • Wie weit wohnen Sie von dem anderen Elternteil entfernt?
  • Wo geht Ihr Kind zur Schule?
  • Fühlt sich das Kind in Ihrer Umgebung wohl?

Neben den regelmäßigen Besuchszeiten sollten besondere Absprachen für die Feiertage getroffen werden. Hier ist es wichtig einen harmonischen Ausgleich zu finden. Beispielsweise kann das Kind in einem Jahr Weihnachten bei seiner Mutter und im nächsten Jahr bei seinem Vater verbringen. Versuchen Sie auch hier, zu einvernehmlichen Lösungen zu gelangen und Flexibilität zu zeigen, um so im Interesse Ihres Kindes zu handeln.

Können Gerichte über den Kindesumgang entscheiden?

Das Gericht kann im Streitfall Entscheidungen über den Umgang mit dem Kind treffen. In der Regel wird zunächst versucht, dass die Eltern zu einvernehmlichen Lösungen kommen. Ist dies indes nicht möglich, wird das Gericht zum Wohle des Kindes eingreifen. Da es sich dabei um ein belastendes und zeitaufwendiges Verfahren handelt, sollten Sie von Beginn an außergerichtliche Vereinbarungen anstreben. Es ist daher davon abzuraten, dem anderen Elternteil den Umgang mit dem Kind ohne entscheidenden Grund zu erschweren. Sie sollten es außerdem vermeiden, das Kind in den Konflikt hineinzuziehen. Versuchen Sie einen offenen Dialog mit dem anderen Elternteil zu führen. So können Sie den Stress und die Kosten eines Gerichtsverfahrens vermeiden.

Verweigerung des Umgangsrechts

Eltern sollten stets versuchen, gemeinsam zu entscheiden, wie der Umgang mit dem gemeinsamen Kind gestaltet werden soll. Die Besuche sollten strukturiert und am Kindeswohl ausgerichtet sein. Getroffene Vereinbarungen sollten stets eingehalten werden. Verweigern Sie dem anderen Elternteil grundlos den Kindesumgang, kann dies rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Doch auch wenn Sie Bedenken hinsichtlich des Kontakts haben, ist von überstürzten Schritten abzuraten. Sprechen Sie mit einem Rechtsanwalt, um zu erfahren, ob das Verhalten des anderen Elternteils tatsächlich dazu berechtigt, den Kontakt zum Kind zu unterbinden.

Das einseitige Vorenthalten des Kindes und die Verhinderung der Ausübung des Umgangsrecht kann dazu führen, dass gerichtliche Schritte eingeleitet werden und Geldstrafen verhängt werden. Unser Team für Familienrecht unterstützt Sie dabei, solche Folgen zu vermeiden. Wir setzen uns mit allen Parteien auseinander und versuchen, bestehende Konflikte zunächst außergerichtlich zu lösen. Ist dies aufgrund des Gewichts des Fehlverhalten des anderen Elternteils nicht möglich, vertreten wir Sie jedoch auch gerichtlich. Dies ist etwa dann der Fall, wenn das Wohl des Kindes gefährdet ist und ein Entzug des Umgangsrecht nicht vermeidbar ist.

Einschränkungen des Umgangsrechts

Das Umgangsrecht wird nicht bedingungslos gewährt. Wesentliche Voraussetzung ist stets, dass die Ausübung dieser Rechte dem Wohl des Kindes dient. Ist dieses jedoch durch den Umgang mit dem Elternteil gefährdet, kann es zu einer Einschränkung oder gar einem Entzug dieses Rechts kommen. Gemäß § 1684 Abs.4 Satz 1 BGB kann das Familiengericht das Umgangsrecht einschränken oder ausschließen, soweit dies zum Wohl des Kindes erforderlich ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine Entscheidung, die das Umgangsrecht oder seinen Vollzug für längere Zeit oder auf Dauer einschränkt oder ausschließt, nur ergehen kann, wenn andernfalls das Wohl des Kindes gefährdet wäre. Insbesondere kann das Familiengericht anordnen, dass der Umgang nur stattfinden darf, wenn ein mitwirkungsbereiter Dritter anwesend ist (§ 1684 Abs.4 Satz 2, 3 BGB).

Eine Gefährdung des Kindeswohl kann beispielsweise im Falle von Vernachlässigung, sexuellem Missbrauch und körperlicher Misshandlung angenommen werden. Weitere Indizien sind Alkohol- oder Drogenmissbrauch des betroffenen Elternteils. Zuletzt kann auch ein Entführungsrisiko zum Entzug des Umgangsrecht führen.

Wie bereits erwähnt, kann das Umgangsrecht in der Form eingeschränkt werden, dass es nur in Anwesenheit einer dritten Person ausgeübt werden darf. Eine solche Person kann z.B. ein Mitarbeiter des Jugendamts sein. Hier geht es in erster Linie darum, die Sicherheit und das Wohl des Kindes beim Besuch des Elternteils zu garantieren.

Ehemaliger Alkohol- oder Drogenmissbrauch ist an sich kein Grund für den Entzug des Umgangsrechts. In diesem Fall können jedoch Auflagen verhängt werden. So kann beispielsweise gefordert werden, dass professionelle Hilfe in Anspruch genommen wird und nachweisbar keine Abhängigkeit mehr besteht. Besteht die Gefahr der Kindesentführung, kann verlangt werden, dass vor einem Besuch der Reisepass ausgehändigt wird. Für nähere Informationen zu den möglichen Auflagen kontaktieren Sie gerne unsere Kanzlei.

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