Ablauf des Adoptionsverfahrens

Ihr Rechtsanwalt für Familienrecht

Ablauf des Adoptionsverfahrens

Ihr Rechtsanwalt für Familienrecht

Im Jahr 2021 wurden in Deutschland insgesamt 3 843 Kinder adoptiert. Bei ungefähr zwei Dritteln dieser handelte es sich um sog. Stiefkindadoptionen, bei denen das Kind des/der Partner/in adoptiert wird, um selbst ebenfalls rechtlich zu einem Elternteil zu werden. Darüber hinaus kann die Adoption eine Lösung für Paare bieten, die selbst keine Kinder bekommen können, aber einen starken Kinderwunsch hegen.

Das Adoptionsverfahren ist allerdings sehr langwierig und an strenge Voraussetzungen gebunden.

Um unseren Mandanten die benötigte Klarheit in Bezug auf das sie hier erwartende Procedere, aber auch über die rechtlichen Folgen einer Adoption zu verschaffen, bietet die Kanzlei Schlun & Elseven einen gleichermaßen kompetenten wie engagierten Rechtsbeistand an. Unsere Anwälte für Familienrecht verfügen über umfassende Erfahrung im Umgang mit den zuständigen Adoptionsvermittlungsstellen / Adoptionsdiensten. Sie sorgen dafür, dass das Adoptionsverfahren für Sie möglichst komplikationslos abläuft und dass Sie alle formalen Anforderungen erfüllen. Wir setzen uns für Sie ein, damit Ihre Rechte und Interessen stets gewahrt bleiben.

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Rechtsbeistand im Familienrecht

Vertretung im Adoptionsverfahren
  • Klärung aller relevanten Fragen zum Adoptionsrecht
  • Rechtliche Unterstützung im Rahmen eines Adoptionsverfahrens
Auskunft über
  • Ihre Rechte und Pflichten
  • Handlungsoptionen und Erfolgsaussichten

  • Kosten

Deutsches Adoptionsrecht: aktuelle Rechtslage

Das deutsche Adoptionsrecht ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Dabei unterscheidet der deutsche Gesetzgeber zwischen der Adoption eines Minderjährigen (§§ 1741 ff. BGB) und der eines Volljährigen (§§ 1767 ff. BGB). Darüber hinaus sind im Adoptionsvermittlungsgesetz (AdVermiG) weitere Details zum Adoptionsverfahren sowie zur Adoptionsvermittlung geregelt. Grundsätzlich wird durch eine Adoption ein Verhältnis zwischen den Eltern oder einem annehmenden Elternteil und dem Kind begründet. Dieses Verhältnis ist von der biologischen Abstammung des Kindes unabhängig. Nach einer rechtlich wirksamen Adoption ist ein minderjähriges Adoptivkind leiblichen Kindern gleichgestellt, sodass ihm die gleichen Rechte und Pflichten zukommen.

Adoptionsformen nach deutschem Adoptionsrecht

Die gängigste Variante einer Adoption ist die eines minderjährigen Kindes. Bereits hier ergeben sich verschiedene Formen der Adoption, die jeweils unterschiedliche Rechtsfolgen mit sich bringen.

Adoption Minderjähriger

Bei der Adoption eines Minderjährigen ist zwischen drei verschiedenen Formen zu unterscheiden. Entscheidend ist dabei das Verhältnis der Adoptiveltern zu den leiblichen Eltern des minderjährigen Kindes.

Liegt der Wunsch einer Adoption vor, wäre zunächst die Inkognito-Adoption möglich. Dabei bleiben die Daten der leiblichen Eltern unter Verschluss, sodass kein Kontakt zwischen diesen und den Adoptiveltern möglich ist. Allerdings besteht für das Kind die Möglichkeit, in die Vermittlungsakte einzusehen. Dies ist jedoch erst bei Erreichung des 16. Lebensjahres möglich. Darüber hinaus kann dem Kind gemäß § 63 Abs. 1 Personenstandsgesetz (PStG) ein beglaubigter Ausdruck des Geburtseintrags erteilt werden. Demnach besteht für das Kind die Möglichkeit einiges über seine leiblichen Eltern zu erfahren. Vor dem 16. Lebensjahr liegt die Entscheidung über die Einsicht in die Akte bei den Adoptiveltern.

Auch kann die Adoption eines minderjährigen Kindes in Form einer halboffenen oder offenen Adoption stattfinden. Bei der halboffenen Adoption besteht die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme zwischen den leiblichen und den Adoptiveltern. Allerdings handelt es sich hierbei um einen Kontakt in Form eines persönlichen Treffens, das von der zuständigen Adoptionsvermittlungsstelle arrangiert wird. Kontaktdaten werden dabei nicht ausgetauscht. Ein solches Gespräch ermöglicht den abgebenden leiblichen Eltern, sich ein erstes Bild von den annehmenden Adoptiveltern zu machen. Diese Form der Adoption ermöglicht zudem einen weiterhin bestehenden Kontakt zwischen den leiblichen und den Adoptiveltern, um beispielsweise Bilder, Briefe und ähnliches austauschen zu können. Dies wird allerdings anonym über die Vermittlungsstelle ermöglicht.

Die offene Adoption hingegen unterscheidet sich von der letztgenannten Form in der Hinsicht, dass zwischen den leiblichen und den Adoptiveltern ein offener Kontakt besteht. Neben einem persönlichen Gespräch ergibt auch sich hier der Austausch von Daten wie Name und Adresse. Besonders gängig ist diese Art der Adoption, wenn ein Kind bereits zur Pflege bei einer Familie ist und die leiblichen Eltern dieses Kindes zur Adoption freigeben. In diesem Fall besteht zwangsläufig eine offene Adoption.

Verwandtenadoption

Bei der Verwandtenadoption wird innerhalb eines Verwandtschaftsverhältnisses bis zum dritten Grad ein Kind adoptiert. So kann ein Kind zum Beispiel von seinen Großeltern, Tanten, Onkeln oder auch volljährigen Geschwistern adoptiert werden. Eine Verwandtenadoption wird zumeist erst dann umgesetzt, wenn ein Todesfall gegeben ist oder ein anderer Grund besteht, der dazu führt, dass die Eltern des Kindes nicht mehr in der Lage sind, sich um ihr Kind zu kümmern und es zu umsorgen.

Stiefkindadoption

Im Jahre 2019 handelte es sich bei den meisten Adoptionen in Deutschland um die sogenannte Stiefkindadoption. Eine solche wird beantragt, wenn der eingetragene Lebens- oder Ehepartner bereits ein Kind aus einer vorherigen Beziehung in die Partnerschaft einbringt. Der neue, nicht mit dem Kind verwandte Partner adoptiert dann das Kind mit allen Rechten und Pflichten. Das Kind wird demnach durch die Stiefmutter oder den Stiefvater angenommen.

Adoption Volljähriger / Erwachsenenadoption

Auch ist die Adoption einer volljährigen Person möglich. Diese unterscheidet sich von den restlichen Adoptionsarten vor allem in ihren Rechtsfolgen. Welche Voraussetzungen an eine Erwachsenenadoption gebunden sind, wie das Verfahren dieser verläuft und welche rechtlichen Folgen diese mit sich bringt, erfahren Sie hier.

Voraussetzungen einer Adoption

Mittelpunkt einer Adoption bildet das Kindeswohl. Daher sind einige Voraussetzungen zu erfüllen, um überhaupt adoptieren zu können.

Mindestalter

Bei einer Adoption in Deutschland müssen verschiedenste Voraussetzungen erfüllt sein. Entscheidend ist zunächst das Alter der Annehmenden. So wird vorausgesetzt, dass der Annehmende voll geschäftsfähig und mindestens 25 Jahre alt ist. Dabei ist es irrelevant, ob der Annehmende alleinstehend ist oder in einer Partnerschaft lebt. Bei einer gemeinsamen Adoption mit dem/der Ehepartner/in muss die andere Person hingegen mindestens 21 Jahre alt sein. So muss die Stiefmutter, die das Kind ihres Mannes aus vorheriger Beziehung adoptieren möchte, 21 Jahre oder älter sein.

Eine Altersbegrenzung hingegen besteht nicht. Jedoch sollte der Altersunterschied zwischen den Annehmenden und dem Adoptivkind nicht zu groß sein. Eine Begrenzung des Altersabstands ist zwar gesetzlich nicht geregelt, allerdings ist die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter der Ansicht, dass der Abstand maximal bei 40 Jahren liegen sollte. Die Möglichkeit der Adoption eines Säuglings endet daher zumeist nach dem 40. Lebensjahr.

Nachweise

Darüber hinaus müssen Annehmende bei einem Adoptionsverfahren einige Nachweise vorlegen. Dazu gehört zum einen ein Gesundheitszeugnis und zum anderen ein Führungszeugnis. Ein Gesundheitszeugnis ist erforderlich, um einen Einblick in die gesundheitliche Verfassung des Annehmenden zu erlangen. Vorausgesetzt wird, dass die Adoptiveltern in der Lage sind, möglichst lang für das Kind zu sorgen. Bei einer lebensverkürzenden Krankheit wäre eine Adoption daher ausgeschlossen. Aber auch schwere Erkrankungen oder psychische bzw. psychosomatische Erkrankungen erschweren es, ein Kind für einen möglichst langen Zeitraum zu umsorgen.