Das Interesse an eSport in Deutschland hat in den letzten Jahren enorm zugenommen, was sich auch im neuen eSport-Visum widerspiegelt. Das Visum wurde mit dem im März 2020 in Kraft getretene Fachkräfteeinwanderungsgesetz eingeführt und hat zudem viele Aspekte der Einwanderung nach Deutschland verändert.

Das eSport-Visum ermöglicht Sportlern und Trainern in der eSport-Branche einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland, sofern die erforderlichen Kriterien erfüllt sind. Unser Rechtsteam berät Sie bei Fragen zum eSport-Visum, dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz sowie zum Ausländer- und Aufenthaltsrecht.


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Was wird für ein eSport-Visum benötigt?

Das eSport-Visum ist im März 2020 in Kraft getreten. Ziel dieses Visums ist es, qualifizierten und erfolgreichen Sportlern die Möglichkeit zu geben, sich in Deutschland niederzulassen und zudem die deutsche eSport-Branche zu stärken. Das Visum ist sowohl für Sportler als auch für Trainer ausgelegt. Es ähnelt in vielerlei Hinsicht den Aufenthaltserlaubnisanforderungen für Sportler und Trainer anderer Sportarten nach §22 der deutschen Beschäftigungsverordnung. Diese Verordnung erlaubt es Sportlern, nach Deutschland zu kommen und eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten, wenn:

  • sie über 16 Jahre alt sind,
  • der Sportverein oder die Sportorganisation den Sportler/Trainer so bezahlt, dass er seinen Lebensunterhalt finanzieren kann (in diesem Fall mindestens 50% der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung),
  • der Deutsche Sportbund und der zuständige Sportverband die sportliche Qualifikation des Sportlers bzw. die Trainerkompetenz bestätigen.

Das eSport-Visum ermöglicht es eSportlern, nach Deutschland zu kommen, um hier eSport-Teams beizutreten oder solche zu gründen, sofern die gesetzlichen Anforderungen von ihnen erfüllt werden. Vor der Einführung des eSport-Visums konnten eSportler anhand des Schengen-Visums für einen kurzen Zeitraum nach Deutschland einreisen, um an Wettkämpfen teilzunehmen.


Warum Deutschland attraktiv für eSportler ist

Deutschland bietet Beschäftigten erhebliche Chancen bei der Weiterbildung sowie der beruflichen Entwicklung.

Als zentraler Standort in Europa erleichtert es zudem den Zugang zu der gesamten EU. Deutschlands industrielle Entwicklung hat das Land zu einem zukunftsträchtigen Wirtschaftszentrum in Europa werden lassen. Die Wirtschaft, die für das 20. Jahrhundert geeignet war, steht nun vor der Herausforderung, sich zu einer Kraft zu entwickeln, die den neuen Realitäten des 21. Jahrhunderts gewachsen ist.

Als eSport-Arena liegt Europa allerdings derzeit hinter anderen Ländern der Welt zurück, insbesondere Nordamerika und Fernostasien. Es ist jedoch eine wachsende Branche. In Deutschland wurden in Berlin und bei in Form der ESL One in Köln vielbeachtete Events durchgeführt. Darüber hinaus haben berühmte Sportinstitutionen wie der FC Schalke 04 und Werder Bremen eSports-Abteilungen eröffnet, sodass klar ist, dass dieses Wachstum auch in Zukunft anhalten wird.

Des Weiteren hat der eSport in Deutschland mit dem eSport-Bund-Deutschland e.V. (ESBD) einen offiziellen Träger und ist nun das erste Land, das ein eigenes eSport-Visum anbietet. Der ESBD selbst ha das neue eSports-Visum mit offenen Armen begrüßt und hält es für einen großen Schritt nach vorn. Deutschland versucht somit, eins der führenden Länder für eSport zu werden.


eSport: Eine wachsende Industrie

Die eSport-Branche ist eine der am schnellsten wachsenden Branchen der Welt. Erfolgreiche Spieler und Teams können inzwischen ähnlich viel Geld verdienen wie Sportler in anderen Branchen. Die als Preisgelder zur Verfügung stehenden Summen wachsen in einem enormen Tempo. Angesichts der Tatsache, dass Veranstaltungen auf der ganzen Welt mittlerweile Zehntausende von Besuchern anlocken und viele Millionen mehr ihre Lieblingsspieler und eSport-Athleten online über Twitch und YouTube verfolgen, ist dies nur allzu verständlich. In Anbetracht dieses Wachtsums wollen zudem große Sportvereine wie Manchester United eSport-Abteilungen einrichten.

Auch aus geschäftlicher Sicht bietet die eSport-Branche eine große Chance. Das Publikum für solche Veranstaltungen besteht vor allem (aber nicht ausschließlich) aus jüngeren Menschen. Dieses Publikum ist ein potenzielles Langzeitpublikum, das solche Produkte auch in Zukunft konsumieren wird. Es ist daher möglich, dass die Leistungen und Bemühungen ihrer bevorzugten eSport-Athleten und -Teams für einen Teil dieses Publikums genauso spannend sind wie die eines FC Bayern München oder Borussia Dortmund für ein traditionelles Sportpublikum. Mit der zunehmenden Nutzung des Internets und der Verbesserung der Technologie werden Spiele und die eSport-Branche auch in Zukunft weiterwachsen.


Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz 2020

Das eSport-Visum wurde im Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetz eingeführt. Dieses Gesetz wurde bereits seit vielen Jahren angestrebt. Es soll vor allem dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenwirkten. Erklärtes Ziel der Regierung ist es, auf der Grundlage dieses Gesetzes rund 25.000 neue Arbeitskräfte nach Deutschland zu holen. Diese Arbeitskräfte sollen Stellen in qualifizierten Berufen besetzen, die von deutschen oder EU-Arbeitskräften nicht besetzt werden konnten. Einer der wichtigsten Aspekte des Gesetzes ist, dass die Unternehmen nicht mehr nachweisen müssen, dass sie zuvor deutsche oder EU-Arbeitskräfte für den betreffenden Bereich gesucht haben.

Bei der Ausarbeitung des Gesetzes stand der Bedarf an Arbeitskräften in der IT, Kommunikation und Technik im Vordergrund. Es ist jedoch nicht auf diese Berieche beschränkt. Es ist zu hoffen, dass diese Gesetzgebung es Deutschland ermöglichen wird, in moderneren Bereichen der Wirtschaft eine Vorreiterrolle zu übernehmen.


Das eSport-Visum: Fazit

Das eSport-Visum ist eine positive Entwicklung in der deutschen Gesetzgebung. Es gibt der eSport-Industrie in Deutschland einen großen Schub und ermöglicht dem Land, in einer sich schnell entwickelnden Branchen weltweit führend zu werden. Bei Schlun & Elseven bieten unsere Anwälte nicht nur eine Reihe von Dienstleistungen im Einwanderungsrecht, sondern auch in der eSport-Branche. Von eSport-Franchiseverträgen über Urheberrechts- und Markenrechtsleistungen bis hin zu Arbeitsverträgen und Sponsoringverträgen – unsere Anwälte stellen sicher, dass Sie die erforderliche Vertretung und Beratung erhalten, die Sie für Ihren Fall benötigen.

  • §22 BeschV wurde zudem so abgeändert, dass auch eSportler mitinbegriffen sind, wodurch das eSport-Visum auf ähnlichen Anforderungen beruht. Ein Aufenthaltstitel ermöglicht es einer Person aus einem Nicht-EU-Land, sich in Deutschland niederzulassen. Auch wenn das eSport-Visum den Sportlern nicht direkt ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht in Deutschland ermöglicht, kann ein längerer Aufenthalt in Deutschland die Chancen auf einen Daueraufenthalt in Deutschland wesentlich erhöhen.
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