Wer aus einem Drittstaat zum Studium nach Deutschland kommt, benötigt in der Regel ein nationales Visum für längerfristige Aufenthalte und muss dafür nachweisen, dass der Lebensunterhalt gesichert ist. Für Studierende gilt der Lebensunterhalt nach § 2 Abs. 3 Satz 5 AufenthG als gesichert, wenn monatlich Mittel in Höhe des BAföG-Bedarfs zur Verfügung stehen. Für 2026 sind das 992 Euro im Monat. Das Sperrkonto ist der gebräuchlichste Weg, diesen Nachweis zu erbringen, aber nicht der einzige: In Betracht kommen auch eine Verpflichtungserklärung, ein Stipendium oder eigenes Einkommen.
Schwierig wird es, wenn der Betrag nicht vollständig auf ein Sperrkonto eingezahlt werden kann, die Auslandsvertretung einen anderen Nachweis nicht akzeptiert oder der Visumantrag abgelehnt wird. Schlun & Elseven berät Studierende und ihre Familien in diesen Fällen zur Wahl des passenden Finanzierungsnachweises und begleitet das Visumverfahren. Lassen Sie Ihre Unterlagen prüfen, bevor Sie den Visumantrag stellen.
Was ist ein Sperrkonto und wo kann es eröffnet werden?
Ein Sperrkonto ist ein Bankkonto auf den Namen der oder des Studierenden, von dem monatlich nur ein festgelegter Teilbetrag abgehoben werden kann. Die Verwaltungsvorschrift zum Aufenthaltsgesetz verlangt, dass es bei einem Geldinstitut geführt wird, dem Bankgeschäfte im Bundesgebiet gestattet sind. Ein Konto bei einer Bank im Herkunftsstaat genügt daher nur, wenn diese Bank auch in Deutschland zugelassen ist. Die Anbieter unterscheiden sich vor allem bei Kontoführungsgebühren, Eröffnungsverfahren und Zusatzleistungen.
Für die Eröffnung verlangen die Anbieter in der Regel einen gültigen Reisepass und die Zulassung der Hochschule. Nach der Einzahlung stellt die Bank eine Bestätigung aus, die dem Visumantrag beigefügt wird. Da die Einzahlung in Euro erfolgt, können Wechselkursschwankungen bei Überweisungen aus anderen Währungen dazu führen, dass der eingezahlte Betrag unter dem erforderlichen Mindestbetrag liegt.
Zwischen Kontoeröffnung, Einzahlung und Bestätigung der Bank vergeht Zeit, die bei der Planung des Visumtermins berücksichtigt werden sollte. Die Auslandsvertretung entscheidet über den Visumantrag in der Regel erst, wenn der Finanzierungsnachweis vollständig vorliegt.
Wie viel Geld muss auf das Sperrkonto?
Für 2026 beträgt der Mindestbetrag für Studierende 992 Euro im Monat, für ein Jahr also 11.904 Euro. Rechtsgrundlage ist § 2 Abs. 3 Satz 5 AufenthG, der auf den monatlichen Bedarf nach §§ 13 und 13a Abs. 1 BAföG verweist. Das Bundesministerium des Innern gibt den Betrag jährlich bis zum 31. August des Vorjahres im Bundesanzeiger bekannt. Für 2027 ist der Betrag laut der Bekanntmachung unverändert geblieben.
Der Betrag kann geringer ausfallen, wenn eine Unterkunft nachgewiesen wird, deren Miet- und Nebenkosten unter 380 Euro liegen. Nicht enthalten ist der Krankenversicherungsschutz: Er gehört zur Sicherung des Lebensunterhalts und muss gesondert nachgewiesen werden.
Wie funktioniert die Auszahlung vom Sperrkonto?
Vom Sperrkonto darf monatlich nur ein Zwölftel des eingezahlten Jahresbetrags ausgezahlt werden, 2026 also 992 Euro. Die Sperre soll sicherstellen, dass die Mittel für den Zeitraum der Aufenthaltserlaubnis reichen und der Lebensunterhalt ohne öffentliche Mittel bestritten werden kann. Nachgewiesen wird in der Regel der Bedarf für das erste Jahr. Wann die erste Auszahlung erfolgt, regeln die Bedingungen des jeweiligen Anbieters.
Was gilt bei der Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis?
Der gesicherte Lebensunterhalt ist nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG in der Regel Voraussetzung für jeden Aufenthaltstitel, also auch für die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis zum Studium in Deutschland. Studierende müssen den Mindestbetrag deshalb erneut nachweisen, etwa durch ein wieder aufgefülltes Sperrkonto, durch Einkünfte aus einer Beschäftigung neben dem Studium oder durch eine Verpflichtungserklärung. Welche Nachweise die Ausländerbehörde akzeptiert, kann sich von den Anforderungen der Auslandsvertretung beim ersten Visum unterscheiden.
Welche Alternativen zum Sperrkonto gibt es?
Das Sperrkonto ist der gebräuchlichste, aber nicht der einzige Nachweis. Häufigste Alternative ist die Verpflichtungserklärung: Eine Person, etwa ein Familienangehöriger in Deutschland, verpflichtet sich gegenüber der Ausländerbehörde oder der Auslandsvertretung, die Kosten für den Lebensunterhalt zu tragen. Sie haftet dann nach § 68 Abs. 1 AufenthG für einen Zeitraum von fünf Jahren für alle öffentlichen Mittel, die für den Lebensunterhalt der oder des Studierenden aufgewendet werden, einschließlich Wohnraum und Krankheitskosten. Diese Haftung sollte vor der Unterschrift bekannt sein.
Ein Stipendium wird anerkannt, wenn es den erforderlichen Betrag nachweislich vollständig abdeckt. Ein Teilstipendium kann mit einem Sperrkonto kombiniert werden. Ob ein anderer Nachweis ausreicht, entscheidet die zuständige Auslandsvertretung im Einzelfall.
Die Anforderungen an das Sperrkonto selbst ergeben sich aus der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Aufenthaltsgesetz: Danach darf monatlich nur ein Zwölftel des eingezahlten Betrags ausgezahlt werden, und der Sperrvermerk ist zugunsten der Gebietskörperschaft einzutragen, der die zuständige Ausländerbehörde angehört.
So unterstützt Schlun & Elseven beim Finanzierungsnachweis
Die Praxisgruppe Ausländer- und Aufenthaltsrecht von Schlun & Elseven prüft vor dem Visumantrag, ob der gewählte Finanzierungsnachweis den Anforderungen der zuständigen Auslandsvertretung entspricht, und klärt bei Bedarf vorab, ob ein alternativer Nachweis anerkannt wird. Bei einer Verpflichtungserklärung beraten wir auch die verpflichtete Person zu ihrer Haftung.
Wird der Visumantrag abgelehnt oder verlangt die Ausländerbehörde bei der Verlängerung zusätzliche Nachweise, prüfen wir die Entscheidung und die Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Die Beratung ist auf Deutsch und Englisch möglich, auch wenn Sie sich noch im Ausland befinden.
Auf einen Blick: Häufig gestellte Fragen zum Sperrkonto für Studierende
Für ein Studium sind 2026 monatlich 992 Euro nachzuweisen, für ein Jahr also 11.904 Euro. Der Betrag wird jährlich vom Bundesministerium des Innern bekannt gemacht und kann sich bei günstiger Unterkunft verringern.
Nein. Nachzuweisen ist, dass der Lebensunterhalt gesichert ist. Neben dem Sperrkonto kommen insbesondere eine Verpflichtungserklärung oder ein Stipendium in Betracht. Ob ein solcher Nachweis ausreicht, entscheidet die zuständige Auslandsvertretung.
Die Person, die die Erklärung abgibt. Sie muss fünf Jahre lang alle öffentlichen Mittel erstatten, die für den Lebensunterhalt der oder des Studierenden aufgewendet werden. Vor der Unterschrift ist eine Beratung sinnvoll.
Der Lebensunterhalt muss auch bei der Verlängerung gesichert sein. Das kann durch ein wieder aufgefülltes Sperrkonto, durch eigenes Einkommen oder eine Verpflichtungserklärung geschehen. Schlun & Elseven prüft, welcher Nachweis in Ihrem Fall in Betracht kommt.

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