You are here: Home » Unsere Services » Rechtsanwalt für Erbrecht » Der Erbschein: Kompetente Rechtsberatung

Der Erbschein: Kompetente Rechtsberatung

Der Erbschein ist eine offizielle Bescheinigung, die allgemeingültig dokumentiert, wer der gesetzliche Erbe des Verstorbenen ist.

Der Verlust eines geliebten Menschen geht mit einer schwierigen Zeit für alle Angehörigen einher. Hinzu kommt die besondere Herausforderung, sich während dieser emotional anspruchsvollen Situation mit den bürokratischen Vorgängen des Nachlasses und der Nachlassverwaltung auseinanderzusetzen. Bei der Verwaltung des Nachlasses des Verstorbenen müssen viele rechtliche Fragen durch die Erben geklärt werden. In diesem Zusammenhang stellt der Erbschein ein juristisches Dokument dar, welches gegenüber Banken und anderen nachlassbezogenen Stellen als Nachweis für die eigene Erbenstellung dient.

Bei Schlun & Elseven Rechtsanwälte PartG unterstützt Sie unser Rechtsanwalt für Erbrecht Dr. Thomas Bichat bei Ihren Fragen bezüglich des Erbscheins und allgemein im Bereich des deutschen Erbrechts. Auf dieser Seite skizzieren wir die allgemeinen Vorgänge und rechtlichen Regelungen zum Erbschein. Dies ist jedoch nur ein Leitfaden. Oftmals sind die persönlichen Situationen aufgrund der individuellen Sachverhalte komplexer. Wenden Sie sich daher direkt an unsere Kanzlei, wenn Sie einen Spezialisten im Erbrecht benötigen.

Rechtsberatung im Erbrecht

Rechtsanwalt für Inkasso und Zwangsvollstreckung: Aykut Elseven

Dr. Thomas Bichat
Rechtsanwalt

Contact

Durch die notwendige Unterstützung bewältigen wir Ihre Erbschaftsangelegenheiten

Bei Schlun & Elseven Rechtsanwälte stehen Ihnen unsere Rechtsanwälte für Erbrecht jederzeit zur Seite

Was ist ein Erbschein?

Wie bereits erwähnt, ist der Erbschein ein Dokument, das die Erben als solche ausweist, wenn sie sich an Versicherungen, Banken, Mieter/Vermieter, Geschäftspartner und andere Stellen bezüglich des Nachlasses wenden möchten. Er dient somit der eindeutigen Identifizierung der Erben. Insbesondere dann, wenn der Erblasser kein notarielles Testament oder einen Erbvertrag hinterlassen hat, bekommt der Erhalt eines Erbscheins eine wichtige Bedeutung. Die gesetzlichen Regelungen zum Erbschein finden sich im Wesentlichen in den §§ 2353 – 2370 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Alternativ kann der Erblasser einer Person eine Vollmacht erteilen mit Gültigkeit nach dem Ableben des Erblassers. Ein Erbschein kann entbehrlich sein, wenn der Erblasser ein notarielles Testament hinterlassen hat.

Der Antrag auf Erteilung eines Erbscheins ist beim Nachlassgericht zu stellen oder beim Notar zu beglaubigen. Er wird nicht automatisch erteilt. Wenden Sie sich an einen erfahrenen Rechtsanwalt für Erbrecht, wenn eine Erbauseinandersetzung zu befürchten ist.

Mit dem Erbschein kann dann der Erbe verbindliche Entscheidungen und Rechtsgeschäfte über die Immobilien und Vermögenswerte des Nachlasses treffen und zum Beispiel laufende Darlehen beenden, bestehende Schulden tilgen oder Immobilien verkaufen. Es ist jedoch zu beachten, dass der Umfang, in dem der Erbe eine Person solche Entscheidungen zum Nachlass treffen kann von dem Betrag abhängig ist, den sie tatsächlich geerbt hat, also seinem Erbteil. Welchen Betrag Sie geerbt haben und ob Sie Alleinerbe sind oder neben Ihnen weitere Erben bestehen, wird im Erbschein vermerkt.

Sollte der Nachlass auf mehrere Erben verteilt sein (gewillkürt oder durch gesetzliche Erbfolge), entsteht nach deutschem Erbrecht eine “Erbengemeinschaft”, für die ebenfalls einige Besonderheiten gelten.


Gemeinschaftlicher Erbschein

Es gibt verschiedene Formen des Erbscheins, die sich nach der Anzahl der Erben und anderen zusätzlichen Faktoren richten. Gibt es einen einzelnen Erben, kann dieser einen Alleinerbschein beantragen. Bei mehreren Erben gibt es jedoch einen gemeinschaftlichen Erbschein. Das Erfordernis des gemeinschaftlichen Erbscheins ist in § 352a des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) geregelt:

352a – Gemeinschaftlicher Erbschein

  • Sind mehrere Erben vorhanden, so ist auf Antrag ein gemeinschaftlicher Erbschein zu erteilen. Der Antrag kann von jedem der Erben gestellt werden.
  • In dem Antrag sind die Erben und ihre Erbteile anzugeben. Die Angabe der Erbteile ist nicht erforderlich, wenn alle Antragsteller in dem Antrag auf die Aufnahme der Erbteile in den Erbschein verzichten.
  • Wird der Antrag nicht von allen Erben gestellt, so hat er die Angabe zu enthalten, dass die übrigen Erben die Erbschaft angenommen haben. § 352 Absatz 3 gilt auch für die sich auf die übrigen Erben beziehenden Angaben des Antragstellers.

Für den gemeinschaftlichen Erbschein muss der Anteil aller Erben festgestellt werden, und diese müssen die Erbschaft angenommen haben. In diesem gemeinschaftlichen Erbschein wird im Folgenden festgehalten, wer die Erben sind und was ihnen aus dem Nachlass insgesamt zusteht.

Bei mehreren Erben kann von dem einzelnen Erben auch ein Teilerbschein beantragt werden. In diesem Schein wird nicht aufgeführt, welcher Erbteil den anderen Erben zusteht, sondern nur der des Antragenden Erben. Diesen Teilerbschein können alle Miterben beantragen.


Erhalt eines Erbscheins

Der Erbschein wird nicht automatisch erteilt. Er muss beim zuständigen Nachlassgericht oder bei einem Notar beantragt werden. Bei der Beantragung eines Erbscheins sind Sie verpflichtet, die notwendigen Unterlagen vorzulegen, aus denen hervorgeht, dass Sie nach dem gesetzlichen Erbrecht erbberechtigt sind. Ein Bestandteil des gesetzlichen Erbrechts ist der Pflichtteil, der für bestimmte nahe Familienangehörige gilt. Pflichtteilsberechtigte können grundsätzlich nicht von dem Erbe ausgeschlossen werden und haben aus dem Pflichtteil einen Anspruch auf einen bestimmten Prozentsatz des Erbes.

Für die Beantragung des Erbscheins werden folgende Unterlagen benötigt:

  • der Personalausweis/Reisepass,
  • die Sterbeurkunde der betreffenden Person,
  • Heiratsurkunde (bei Ehepartnern),
  • Familienbuch, Geburtsurkunde bei Kindern (zum Nachweis der Verwandtschaftsverhältnisse),
  • unterschriebene eidesstattliche Erklärung, dass kein Testament oder Erbvertrag bekannt ist,
  • Namen und Anschriften der bekannten (gesetzlichen) Miterben (z.B. Geschwister, Eltern),
  • Sterbeurkunden von Miterben.

Die vollständige Liste der Dokumente, die bei der Beantragung eines Erbscheins erforderlich sind, kann variieren und hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Es lohnt sich daher, vor der Beantragung einen Rechtsanwalt für Erbrecht zu kontaktieren, um sicherzustellen, dass Sie die richtigen Unterlagen für die Beantragung einreichen.

Es sollte auch beachtet werden, dass diese Anträge mit Kosten verbunden sind. Die fraglichen Gebühren betreffen:

  • die Abgabe der eidesstattlichen Versicherung über die Richtigkeit des fehlenden notariellen Testaments oder Erbvertrags und
  • die Gebühr für die Erteilung des Erbscheins.

Die Gebühr für die Erteilung des Erbscheins ist ebenfalls vom Einzelfall abhängig und daher immer unterschiedlich. Sie wird nach den Bestimmungen des Gesetzes über Kosten der freiwilligen Gerichtsbarkeit für Gerichte und Notare (GNotKG) bestimmt. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass sich die Gerichtskosten erhöhen, wenn es Streitpunkte beim Erbe gibt


Ausschlagen einer Erbschaft

Der Erbe ist nicht verpflichtet die Erbschaft anzunehmen, sondern kann diese auch ausschlagen. Als Miterbe in einer Erbengemeinschaft ist es beispielsweise erforderlich, dass eine Erbauseinandersetzung erfolgt, bevor die Erbteile verteilt werden können. In dieser Situation und insbesondere bei einem geringen Erbteil, besteht zur Vermeidung der Konflikte und des Aufwands in der Erbengemeinschaft die Möglichkeit, die Erbschaft auszuschlagen. Dies kann außerdem noch in Betracht gezogen werden, wenn der Erblasser erhebliche Schulden hinterlassen hat oder wenn die geerbte Immobilie als einziger Vermögenswert nicht rentabel ist.

Wenn Sie erwägen eine Erbschaft auszuschlagen, sollten Sie sich zunächst mit einem Rechtsexperten im Erbrecht in Verbindung setzen, um sicherzustellen, dass Sie damit die richtige Entscheidung treffen. Ihnen sollte zudem bewusst sein, dass für die Ausschlagung der Erbschaft eine sechs Wochen Frist einzuhalten ist.


Fehlerhafte Ausstellung eines Erbscheins

Die fehlerhafte Ausstellung eines Erbscheins führt dazu, dass dieser für ungültig erklärt wird. Außerdem wird er eingezogen. Ein Erbschein wird zum Beispiel dann unrichtig ausgestellt, wenn die Person, die den Erbschein beantragt hat, den Aussteller durch vorsätzlich falsche Angaben in die Irre führt. Die vorsätzliche Irreführung kann zu schwerwiegenden (auch strafrechtlichen) Konsequenzen führen. Wenn Sie mit diesem Vorwurf konfrontiert sind, sollten Sie daher unbedingt einen Rechtsanwalt kontaktieren. Denn sollte eine Person bei der Ausstellung des Erbscheins vorsätzlich irreführende Angaben gemacht und auf dieser Grundlage einen Erbschein erhalten haben kann dies ggf. zu einer Freiheitsstrafe führen.

Es gibt jedoch auch andere Gründe als die vorsätzliche Irreführung, die zu einem unrichtig erteilten Erbschein führen. Dafür gilt dennoch eine Vermutung der Richtigkeit des Erbscheins, die sich aus § 2365 BGB ergibt:

Es wird vermutet, dass demjenigen, welcher in dem Erbschein als Erbe bezeichnet ist, das in dem Erbschein angegebene Erbrecht zustehe und dass er nicht durch andere als die angegebenen Anordnungen beschränkt sei.


Weitere Überlegungen zum Erbschein

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, einen Erbschein in Deutschland zu beantragen, beachten Sie bitte die folgenden Besonderheiten:

  • Minderjährige: Minderjährige können nach deutschem Recht erben, müssen aber bei dem Eingehen von Verpflichtungen im Rahmen des Nachlasses von den Eltern oder einem Vormund rechtlich vertreten werden.
  • Erben: Ob Sie Erbe sind oder nicht, wird entweder durch ein Testament oder durch die gesetzlichen Vorschriften bestimmt. Das Enterben von engen Familienangehörigen ist grundsätzlich nicht vorgesehen, da für Sie jedenfalls der Pflichtteil bestehen bleibt. In Ausnahmefällen kann dies dennoch möglich sein.
  • Enterbt: Durch den Ausschluss vom Erbe durch den Erblasser wird der Antrag auf Erteilung des Erbscheins erfolglos sein. Daher sollten Sie die Wirksamkeit dieses Ausschlusses von einem Rechtsanwalt für Erbrecht überprüfen lassen.
  • Erhalt des Dokuments: Wenn der Antrag auf Erlass des Erbscheins ordnungsgemäß gestellt ist und die richtigen Unterlagen eingereicht wurden, erhalten Sie den Erbschein grundsätzlich nach einigen Wochen per Post. Verzögerungen bei der Erteilung dieses Dokuments sind nicht ungewöhnlich.
  • Ablehnung der Ausstellung: Wenn das Nachlassgericht verweigert, Ihnen einen Erbschein auszustellen, haben Sie einen Monat Zeit, um gegen diese Entscheidung Beschwerde einzulegen.
  • Streitigkeiten: Bei der Erteilung eines Erbscheins kann es zu Streitigkeiten, insbesondere unter Miterben, kommen. In einem solchen Fall ist es wichtig, dass Sie sich an einen Rechtsanwalt für Erbrecht wenden, der Sie in dieser Situation unterstützen kann. Solche Streitigkeiten können langwierig sein und zusätzlich hohe Kosten verursachen. Zudem kann während der Zeit des Rechtsstreits nicht über den Nachlass verfügt werden. Ein erfahrener Rechtsbeistand kann Ihnen dabei helfen, Ihre Rechtsposition als Erbe zu klären, Streitigkeiten innerhalb der Erbengemeinschaft zu schlichten und Sie über den Stand des Nachlasses auf dem Laufenden zu halten.

Unser Rechtsteam für Erbrecht bei Schlun & Elseven Rechtsanwälte wird darauf achten, langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen für Sie zu vermeiden. Soweit es für unsere Mandanten vorteilhaft ist, versuchen wir, die Angelegenheit außergerichtlich zu regeln. Ist ein Gerichtsverfahren jedoch unvermeidbar und in Ihrem Interesse, erhalten Sie bei uns die notwendige rechtliche Vertretung.


Rechtliche Vertretung im Erbrecht

Unsere Rechtsanwälte für Erbrecht von Schlun & Elseven Rechtsanwälte haben die notwendige Erfahrung und Expertise um Sie umfassend zu unterstützen. Wir geben Ihnen die Sicherheit, die Sie für Ihre Zukunfts- und Erbschaftsplanung benötigen. Wir unterstützen Sie bei der Erstellung von Testamenten und kontrollieren dabei die Einhaltung der gesetzlichen Voraussetzungen. Wir organisieren die Nachlassverwaltung und -planung und sorgen allgemein dafür, dass die erbrechtlichen Ziele unserer Mandanten erfüllt werden. Darüber hinaus vertreten wir Erben bei auftretenden Erbstreitigkeiten und vielen weiteren Fragen des Erbrechts.

Schlun & Elseven Rechtsanwälte PartG ist eine deutsche Anwaltskanzlei mit Hauptstandorten in Köln, Düsseldorf und Aachen. Darüber hinaus sind wir in Berlin, München, Stuttgart, Hamburg und Frankfurt vertreten und stehen Ihnen somit bundesweit zur Verfügung. Wir beraten eine Vielzahl von nationalen und internationalen Mandanten in den unterschiedlichsten Fragen des deutschen Erbrechts. Wenn Sie weitere Beratung und spezialisierte Unterstützung bei der Beantragung des Erbscheins benötigen, wenden Sie sich gerne direkt an uns über unsere angehängten Kontaktdaten. Unsere Rechtsanwälte für Erbrecht freuen sich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen.

Onlineanfrage

Nutzen Sie das nachstehende Formular, um uns Ihr Anliegen zu schildern. Nach Erhalt Ihrer Anfrage werden wir Ihnen anhand des geschilderten Sachverhaltes eine kurze Ersteinschätzung abgeben und ein Kostenangebot zukommen lassen. Anschließend können Sie entscheiden, ob Sie uns den Auftrag erteilen möchten.

Standorte


Bürozeiten

Mo. – Fr: 09:00 – 19:00
24h Kontakt:
0221 93295960
E-Mail:
info@se-legal.de

Termine nur nach telefonischer Absprache.

Rechtsanwalt in
Aachen

Schlun & Elseven
Rechtsanwälte PartG
Von-Coels-Str. 214
52080 Aachen
Tel: 0241 4757140
Fax: 0241 47571469

Rechtsanwalt in
Köln

Schlun & Elseven
Rechtsanwälte PartG
Kyffhäuserstr. 45
50674 Köln
Tel: 0221 93295960Fax: 0221 932959669

Rechtsanwalt in
Düsseldorf

Schlun & Elseven
Rechtsanwälte PartG
Düsseldorfer Str. 70
40545 Düsseldorf
Tel: 0211 882 84196
Fax: 0221 932959669

Konferenzräume

München 80339
Theresienhöhe 28

Hamburg 20354
Neuer Wall 63

Berlin 10785
Potsdamer Platz 10

Stuttgart 70174
Friedrichstraße 15

Frankfurt 60314
Hanauer Landstrasse 291 B