Die Untersuchungshaft: Ablauf und Verhaltenstipps

Ihr Rechtsanwalt für Strafrecht

Die Untersuchungshaft: Ablauf und Verhaltenstipps

Ihr Rechtsanwalt für Strafrecht

Wer in Deutschland als einer Straftat verdächtig gilt, gegen den wird automatisch seitens der Polizei und Staatsanwaltschaft ein sogenanntes Ermittlungsverfahren eingeleitet. Im Rahmen dessen kann die Staatsanwaltschaft bei dem zuständigen Ermittlungsrichter einen Haftbefehl beantragen, um einen dringend Tatverdächtigen in Untersuchungshaft (U-Haft) zu nehmen. Eine Vorladung, eine Anklage durch die Staatsanwaltschaft oder gar eine Verhaftung stellt für die Betroffenen in der Regel eine enorme Belastung und eine erhebliche juristische Herausforderung dar.

Die Kanzlei Schlun & Elseven bietet Privatpersonen, die mit dem Vorwurf einer Straftat konfrontiert worden sind, einen gleichermaßen kompetenten wie engagierten Rechtbeistand an. Unser Team für Strafrecht vereint erfahrene Strafverteidiger, darunter solche mit staatsanwaltlicher Erfahrung. Die präzise ausgearbeitete Verteidigungsstrategie und umsichtiges Handeln unserer Rechtsexperten gewährleisten das bestmögliche Ergebnis für Sie.

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Unsere Dienstleistungen

Rechtsbeistand im Strafverfahren
  • Strafverteidiger bei Verdacht einer Straftat
  • Rechtsbeistand in Bezug zur Wirtschaftskriminalität
  • Nationale und internationale Strafverfahren: Was wir für Betroffene tun
  • Umfassende Beratung zu Ihren Rechten und Pflichten sowie Handlungsoptionen
Vertretung im Strafverfahren
  • Beratung in Bezug auf die Möglichkeit einer Haftbeschwerde
  • Vertretung im Ermittlungs- und Hauptverfahren
  • Akteneinsicht
  • Erarbeitung einer passenden Verteidigungsstrategie
  • Beweissicherung | -führung
  • Hinzuziehung von Zeugen und Sachverständigen
Dienstleistungen im Kontext
  • Langjährige Verhandlungserfahrung in Haupt- und Ermittlungsverfahren | Instanz- und Revisionsverfahren | Haftbeschwerde | Haftprüfung | Haftverschonung | Beweissicherung durch Forensik-Experten | Auslieferungsrecht | Interpol-Fahndung

Der Haftgrund: Was Sie darüber wissen sollten

Zwingende Voraussetzung für den Erlass eines Untersuchungshaftbefehls ist das Vorliegen eines Haftgrundes. Ein Haftgrund liegt nach § 112 Abs. 2 StPO dann vor, wenn der dringend Tatverdächtige

  • flüchtig ist oder sich verborgen hält,
  • Fluchtgefahr oder
  • Verdunkelungsgefahr besteht.

Das Vorliegen eines solchen Haftgrundes ist nur in solchen Fällen ausnahmsweise entbehrlich, in denen die Schwere der Tat für sich genommen bereits die U-Haft rechtfertigt (absoluter Haftgrund). Dies ist regelmäßig bei schweren Kapitaldelikten anzunehmen, die in § 112 Abs. 3 StPO aufgelistet sind, wie z.B. beim Vorwurf des Totschlags oder Mordes. In nochmals anderen Fällen kann auch die Wiederholungsgefahr für die Annahme eines Haftgrundes ausreichen.

Ablauf der Untersuchungshaft

Die Untersuchungshaft darf gem. § 112 Abs. 1 S. 1 StPO angeordnet werden, sofern ein dringender Tatverdacht besteht und ein Haftgrund vorliegt. Haftgründe können die tatsächliche Flucht, Fluchtgefahr oder Verdunkelungsgefahr sein, vgl. § 112 Abs. 2 StPO. In bestimmten Fällen kann auch die Wiederholungsgefahr einen Haftgrund darstellen, vgl. § 112a Abs.1 StPO.

Ein dringender Tatverdacht liegt vor, wenn den bisherigen Ermittlungen zufolge eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass der Beschuldigte die Straftat begangen hat. Wurde also eine Straftat begangen und erscheint laut Ermittlungsbehörden ein dringender Tatverdacht gegen eine Person als begründet, beantragt die Staatsanwaltschaft beim zuständigen Ermittlungsrichter den Erlass eines Haftbefehls. Sollte dieser dem Verdacht zustimmen, so erlässt er den Haftbefehl, und es erfolgt die Festnahme der beschuldigten Person.

Nach der Verhaftung erfolgt unverzüglich, spätestens jedoch am nächsten Tag, die Vorführung beim zuständigen Haftrichter. Das ist in der Regel der Richter, der auch den Haftbefehl erlassen hat. Nur wenn die Vorführung beim zuständigen Richter im vorgesehenen Zeitraum nicht möglich ist, kann der Festgenommene ausnahmsweise einem anderen Richter vorzuführen sein. Dies ist gleichwohl häufig der Fall. Dieser Richter verkündet deshalb lediglich den Haftbefehl und hat dafür Sorge zu tragen, dass der Betroffene dem zuständigen Haftrichter zugeführt und von diesem vernommen wird. Im Rahmen dieser persönlichen Vernehmung sind dem Beschuldigten einerseits die Gründe seiner Verhaftung bekanntzugeben und andererseits Gelegenheit zu geben, die ihn entlastenden Tatsachen und Einwendungen geltend zu machen. Auf Grundlage dieser Vernehmung hat sodann der Richter zu entscheiden, ob der Haftbefehl aufrechterhalten bleibt (§ 115 Abs. 4 StPO), aufgehoben (§ 120 StPO) oder ob dessen Vollzug ausgesetzt wird (§ 116 StPO).

Sollte der Haftbefehl aufgehoben oder dessen Vollzug ausgesetzt werden, so erfolgt die Freilassung. Die Beendigung der U-Haft bedeutet jedoch nicht gleichzeitig das Ende des Ermittlungsverfahrens, sondern nur das Ende der Inhaftierung. Dementsprechend besteht während der fortdauernden Ermittlungen auch weiterhin die Möglichkeit, dass ein erneuter Untersuchungshaftbefehl erlassen wird. Dies kann beispielsweise dann geschehen, wenn neue Tatsachen bekannt werden, die die Annahme eines Haftgrundes rechtfertigen oder Auflagen, die mit der Außervollzugsetzung des Haftbefehls verbunden wurden, nicht eingehalten werden.

Entscheidet der zuständige Richter hingegen, dass der Haftbefehl aufrechterhalten bleibt, so erfolgt im nächsten Schritt der Antritt der Untersuchungshaft. Das bedeutet die Unterbringung des Beschuldigten in einer speziellen (Abteilung einer) Justizvollzugsanstalt. Jedem Untersuchungshäftling steht während der Inhaftierung das Recht auf einen ständigen, persönlichen und vertraulichen Kontakt mit einem Anwalt zu, der nur in besonders schwerwiegenden Fällen (§ 148 StPO) kontrolliert werden darf.