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Auslieferung von Deutschland an Russland: Rechtlicher Überblick

Schlun & Elseven Rechtsanwälte ist eine Full-Service-Kanzlei mit Sitz in Deutschland, die eine umfassende Rechtsberatung in Auslieferungsfällen von Deutschland nach Russland anbietet. Die Konfrontation mit einem Auslieferungsersuchen oder einer Interpol-Ausschreibung ist eine große Herausforderung. Deshalb können Sie sich auch in solchen Krisenzeiten auf unser Team von Auslieferungsexperten verlassen. Unsere Anwälte beraten Mandanten weltweit und stellen sicher, dass sie umfangreiche Kenntnis über ihre Rechte erhalten.

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die wesentlichen zu beachtenden Aspekte des deutschen Auslieferungsrechts vor, wobei der Schwerpunkt auf dem Auslieferungsverhältnis zwischen Deutschland und Russland liegt. Sollten Sie sich jedoch in einer Situation befinden, in der Sie dringend Unterstützung benötigen, zögern Sie nicht, sich direkt mit unserer Kanzlei in Verbindung zu setzen, um von unserer fachkundigen Hilfe zu profitieren. Unsere Kontaktdaten finden Sie am Ende der Seite.

Lebensrettende Unterstützung bei Auslieferungsverfahren.

Unsere Anwälte werden Sie umfassend beraten und vertreten.

Auslieferung deutscher Staatsangehöriger an Russland

Nach Artikel 16 des deutschen Grundgesetzes (GG) ist die Auslieferung deutscher Staatsangehöriger nur an andere EU-Länder und bestimmte internationale Gerichtshöfe möglich, „soweit rechtsstaatliche Grundsätze gewahrt sind”. Diese Erlaubnis zur Auslieferung an EU-Mitgliedsstaaten ist eine neuere Entwicklung, die sich jedoch nicht auf andere Länder (“Drittstaaten”), einschließlich Russland, erstreckt. In Fällen, in denen gegen deutsche Staatsangehörige ein russisches Auslieferungsersuchen gestellt wird, übernimmt der deutsche Staat die Strafverfolgung selbst. Jeder Interpol-Mitgliedsstaat kann zudem Interpol-Ausschreibungen gegen eine gesuchte Person, also auch gegen deutsche Staatsangehörige, erwirken, was insbesondere deren Reisefreiheit erheblich beeinträchtigt. Wenn ein Staat eine solche Interpol-Eintragung erwirkt hat, ist es wichtig, diese anzufechten und ihre Aufhebung zu erreichen.


Auslieferung anderer EU-Bürger von Deutschland nach Russland

Staatsangehörige anderer EU-Länder genießen einen gewissen Schutz vor einer Auslieferung, allerdings nicht im gleichen Maße wie deutsche Staatsangehörige. Für Deutschland ist es schwierig, Unionsbürger an Drittstaaten wie Russland auszuliefern, jedoch nicht unmöglich, wie das Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Fall Petruhhin (Rs. C-182/15, in NJW 2017, 378) zeigt. Unser Artikel über die Auslieferung anderer EU-Bürger aus Deutschland an Nicht-EU-Mitgliedstaaten geht näher auf diesen Fall ein, stellt jedoch im Wesentlichen fest, dass ein EU-Mitgliedstaat nicht verpflichtet ist, alle anderen EU-Bürger, die sich in seinem Hoheitsgebiet aufhalten, vor einer Auslieferung zu bewahren. Wenn Russland oder ein anderer Drittstaat um die Auslieferung eines Bürgers aus einem anderen EU-Mitgliedsstaat ersucht, muss Deutschland den anderen EU-Staat über dieses Ersuchen informieren. Sobald Deutschland Kontakt aufgenommen hat, kann der andere Mitgliedsstaat entscheiden, ob die betroffene Person an ihn ausgeliefert werden soll oder er dem russischen Ersuchen stattgibt und Deutschland seinen Staatsbürger an Russland überstellen darf. Dem anderen EU-Mitgliedsstaat wird also ein Vorrecht bezüglich der Auslieferung eingeräumt, gleichwohl müsste dieser Staat dem eigenen Staatsbürger im Falle einer Auslieferung in das eigene Hoheitsgebiet nachfolgend auch den Prozess machen.

Dieser Schutz gilt auch für Bürger aus Ländern der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und aus Ländern des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR).  Zu diesen Staaten zählen Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz.


Verfahren und Voraussetzungen bei einer Auslieferung aus Deutschland in andere Länder

Das deutsche Auslieferungsrecht bietet den durch Auslieferungsersuchen betroffenen Personen einige rechtliche Möglichkeiten, dieses anzufechten. In Fällen, in denen ein ausländischer Staat, z. B. Russland, ein Auslieferungsersuchen an Deutschland stellt und die deutschen Behörden die betreffende Person in Haft nehmen, kann die Person ihre Zustimmung zur vereinfachten Auslieferung nach § 41 IRG erteilen oder die Entscheidung anfechten. Wenn sie nicht zustimmt, muss die Staatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht eine Entscheidung über die Zulässigkeit der Auslieferung nach § 29 IRG beantragen. Bei dieser Entscheidung hat das Gericht zu prüfen, ob das Auslieferungsersuchen bzw. die Durchführung der Auslieferung rechtmäßig ist.

Bei dieser Prüfung der Rechtmäßigkeit hat das Gericht unter anderem auf die folgenden Fragen einzugehen:

  • Handelt es sich bei der vorgeworfenen Tat um eine nach deutschem Recht auslieferungsfähige Straftat? (§ 3 IRG)
  • Drohen der Person im ersuchenden Staat Folter oder eine erniedrigende Behandlung oder Bestrafung? (Art. 3 EMRK; Art. 3 CAT)
  • Besteht die Möglichkeit, dass für die Straftat die Todesstrafe verhängt wird? Falls ja: gibt eine Gewähr dafür, dass die Todesstrafe entweder nicht verhängt oder jedenfalls nicht vollstreckt wird? (§ 8 IRG)
  • Besteht die Gefahr, dass der Beschuldigte ohne deutsche Zustimmung an einen dritten Staat weitergeliefert oder abgeschoben werden wird? (§ 11 Abs. 1 Nr. 2 IRG)
  • Ist die Straftat ausschließlich politisch motiviert? (§ 6 IRG)
  • Kann der Beschuldigte realistischerweise ein faires Verfahren erwarten? (Art. 6 EMRK)

Sollte das Auslieferungsersuchen oder gar die gerichtliche Zulässigkeitsentscheidung Zweifel an der Gewährleistung und Einhaltung der genannten Voraussetzungen begründen, wird unser Anwaltsteam die entsprechenden rechtlichen Schritte einleiten und alle Möglichkeiten ausschöpfen, um eine unrechtmäßige Auslieferung zu verhindern. In Fällen, in denen in Wahrheit politische oder militärische Gründe hinter einem Auslieferungsersuchen stehen, sind diese meistens nicht offensichtlich. Oft kann eine gründliche Recherche und Untersuchung neue Beweise hervorbringen, die diese Motivationen jedoch belegen können. Eine umfangreiche und fachmännische Analyse der individuellen Umstände und der vorliegenden Anhaltspunkte, die unsere Anwälte stets durchführen, kann eine derartige Motivation enttarnen und folglich eine unzulässige Auslieferung verhindern. Sollte das Auslieferungsersuchen oder die gerichtliche Entscheidung gegen deutsches Recht verstoßen, wird unser Team diesen Fall unnachgiebig verfolgen.


Kontroversen im Zusammenhang mit der Auslieferung an Russland

Die Haftbedingungen in Russland sind vielfach kritisiert worden. Ebenso wurde bereits häufig der Vorwurf der politischen Motivation hinter Auslieferungsersuchen erhoben. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat bei mehreren Gelegenheiten die übermäßig lange Untersuchungshaft und die Haftbedingungen in Russland scharf kritisiert. Die Gefängnisse sind oftmals chronisch überfüllt und verfügen über keine zufriedenstellenden sanitären Anlagen. Aus der Europäischen Menschenrechtskonvention und der Rechtsprechung zu den europäischen Menschenrechten geht hervor, dass ein Land, das eine beschuldigte Person ausliefern möchte, zunächst die Risiken drohender Rechtsverletzungen abschätzen muss, denen die Person im Falle der Auslieferung ausgesetzt sein könnte. Nach deutschem Recht ist deshalb eine Auslieferung unzulässig (rechtswidrig), wenn im Zielstaat die begründete Gefahr von Folter oder erniedrigender Behandlung oder Bestrafung besteht (Art. 1 GG, Art. 3 EMRK). Letzteres kann insbesondere dann der Fall sein, wenn dort menschenunwürdige Haftbedingungen herrschen. Unsere Anwälte untersuchen daher immer äußerst gründlich die Situation unserer Mandanten und die konkret vorliegenden Anhaltspunkte für etwaige Verstöße.

Wie zuvor bereits angemerkt, ist es nicht immer offensichtlich, dass ein Fall ein Element politischer Verfolgung enthält. Unsere Anwälte sind jedoch erfahren darin, Beweise für politische oder andere unzulässige Motivationen, die hinter einem Auslieferungsersuchen stehen, aufzudecken, wie auch dieser Fall zeigt: “Aufhebung einer Interpol Red Notice: Erfolgreicher russischer Fall”. Denn ein Rechtsstaat darf niemals eine Strafverfolgung auf politische, religiöse oder militärische Gründe stützen. Sind diese jedoch die wahre Grundlage einer angestrebten Auslieferung zur Strafverfolgung oder Strafvollstreckung, ist sie unzulässig und muss vom ersuchten Staat abgelehnt werden.


Schlun & Elseven Rechtsanwälte: Full-Service-Ansatz

Neben der langjährigen Erfahrung in Auslieferungsfällen profitieren Mandanten von Schlun & Elseven Rechtsanwälte auch von unserem Full-Service-Ansatz. Als Full-Service-Kanzlei können unsere Anwälte Ihren Fall aus vielen Blickwinkeln betrachten und dadurch prüfen, ob es Ansätze im Familienrecht, im Ausländerrecht oder in anderen Rechtsgebieten gibt, die auch hinsichtlich der Auslieferungsfrage hilfreich sein könnten. Oftmals kann unser Anwaltsteam aufgrund unserer Kenntnisse und einem großen Erfahrungsschatz in diesen Bereichen kreative und maßgeschneiderte Lösungen finden.

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Hochwertige Expertise in Auslieferungsangelegenheiten von Schlun & Elseven Rechtsanwälte

Das Auslieferungsverfahren ist eine komplexe Rechtsmaterie und birgt enorme Risiken, weshalb die Unterstützung und Vertretung durch qualifizierte und erfahrene Auslieferungsanwälte unerlässlich ist. Mit Büros und Konferenzräumen in Köln, Aachen, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart, München, Berlin und Frankfurt ist Schlun & Elseven Rechtsanwälte bundesweit erreichbar und Ihr zuverlässiger und kompetenter Partner in Auslieferungsverfahren zwischen Russland und Deutschland.

Wir von Schlun & Elseven verfügen über enge Kontakte zu lokalen Auslieferungsberatern weltweit. Zudem hat unser Team vielfältige Erfahrungen in der Bearbeitung verschiedenster Fälle; diese reichen von der Entfernung einer Interpol Red Notice über die Anfechtung eines Europäischen Haftbefehls bis hin zur Verfassungsbeschwerde gegen eine gerichtliche Auslieferungsentscheidung. Wenn Sie fachkundige juristische Unterstützung in Auslieferungsverfahren benötigen, zögern Sie bitte nicht, uns über das unten zur Verfügung stehenden Formular zu kontaktieren. Lassen Sie sich von unseren zuverlässigen Rechtsexperten in Ihrem Auslieferungsfall betreuen.

Kontaktieren Sie einen Rechtsanwalt für Auslieferungsrecht bezüglich Ihrer Auslieferung von Deutschland nach Russland

Mit dem Online-Formular können Sie uns Ihr Anliegen bezüglich der Auslieferung von Deutschland nach Russland und des Auslieferungsrechts mitteilen. Nach Eingang Ihrer Anfrage werden wir auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben eine kurze vorläufige Einschätzung vornehmen und Ihnen einen Kostenvoranschlag unterbreiten. Sie können dann selbst entscheiden, ob Sie unsere Anwälte für Auslieferungsrecht beauftragen möchten.

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